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Gage Skidmore/wikimedia - CC-BY-SA 2.0
US-Präsident Trump bei der Konferenz des rechten Flügels der Republikaner (CPAC)
Reichtum und Einfluss

Wie Trump-Netzwerke die AfD an die Macht bringen wollen

US-Präsident Trump und rechte Milliardärs-Netzwerke zielen auf Europa – und wollen extrem rechte Parteien an die Macht bringen. Aus diesen Netzwerken könnten bald enorme Spenden an die AfD fließen. Dagegen müssen wir uns schützen.

von 21. Juli 2026

Als die US-Regierung mit Trumps zweiter Amtszeit im Januar 2025 begann, den Staatsapparat im Eiltempo umzubauen, war das Staunen groß. Doch für fachkundige Beobachter*innen war das kaum eine Überraschung: Mächtige Thinktanks aus dem Umkreis der US-Republikaner hatten genau diesen autoritären Umbau über Jahre bis ins Detail geplant und gingen jetzt an die Umsetzung.

Diese „Neue Rechte“ will weltweit liberale Demokratien untergraben und vernetzt sich dafür längst global. Sie folgt einem Autokraten-Drehbuch: Medien unter Druck setzen, Gewaltenteilung schwächen, Verwaltung parteipolitisch steuern, Bürgerrechte und Klimapolitik angreifen.

MAGA unterstützt die AfD

Ein wichtiger und finanzstarker Teil dieser Bewegung findet sich in den USA im direkten Umfeld von Donald Trump und der Make America Great Again-Bewegung (MAGA). Dazu gehören prominente Tech-Milliardäre wie Elon Musk oder Peter Thiel. Doch es sind auch einflussreiche US-Thinktanks, die nun nicht nur Ideen in die Welt und insbesondere nach Europa exportieren, sondern auch Strategien, Netzwerke und viel Geld.

Diese Akteure machen keinen Hehl daraus, dass sie in Europa extrem rechte Regierungen an die Macht bringen möchten und sich dafür in Wahlen einmischen. Auch in Lateinamerika hat die US-Regierung rechte Kandidaten gestärkt, etwa in Argentinien oder Honduras. Europa ist für Trumps Regierung ein lohnendes Ziel. Gelingt es ihr, die EU zu spalten und in vielen Ländern rechtspopulistische Regierungen an die Macht zu bringen, dann haben die USA gegenüber einzelnen Ländern größere Verhandlungsmacht.

So kann sie Regeln für US-Konzerne abwenden – die für uns in der EU aber Schutzstandards sind. Ganz oben auf dem MAGA-Wunschzettel: die EU-Regeln für die mächtigen US-Tech-Konzerne loszuwerden. Es ist kein Zufall, dass sich die Tech-Milliardäre ganz besonders bei MAGA engagieren.

Mit Blick auf die Aktivitäten aus diesen Netzwerken wird klar, dass das Interesse in Deutschland bei der AfD liegt – auch wenn traditionell eher die Union der konservative Partner der US-Republikaner war, bevor diese weit nach rechts gerückt sind. Sicherheitsbehörden warnen deshalb explizit vor der Gefahr ausländischer Einflussnahme auf die AfD und ihr Umfeld, auch aus den USA. Die AfD hat sich bereits anfällig gezeigt für Einflussnahme aus Russland oder China.

Damit drängt sich die Frage auf: Folgen auf die Unterstützung aus den USA in ideeller und organisatorischer Form auch bald Großspenden an die AfD? Dagegen brauchen wir Sicherheitsvorkehrungen!

Schlupflöcher für US-Einflussnahme in Deutschland

Das deutsche Parteiensystem ist aktuell nicht gegen hohe Spenden aus dem Ausland geschützt: Einerseits gibt es Schlupflöcher, die verbotene Spenden aus dem Ausland legal möglich machen. Andererseits gibt es in Deutschland keine Obergrenze für Spenden an Parteien. In Deutschland haben hohe Einzelspenden erst in den vergangenen Jahren extrem zugenommen, in den USA sind sie längst Normalität. Einzelne Mega-Spenden aus den USA an die AfD könnten den Parteienwettbewerb in Deutschland unumkehrbar verzerren.

Deutschland hat jetzt noch Zeit, sich zu wappnen, denn die Aufmerksamkeit der MAGA-Netzwerke liegt zunächst eher auf den zeitnahen Wahlen in Frankreich, Polen und Großbritannien. Doch klar ist: Die Infrastruktur aus Thinktanks, Stiftungen und Wahlkampfkomitees, die unbegrenzt Spenden sammeln können, existiert bereits jetzt und die US-Regierung will in Europa Einfluss nehmen. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis sich entsprechende Finanzströme nachweisen lassen. Deshalb brauchen wir schnell Schutzmechanismen für unsere Demokratie, um autoritärer Milliardärsmacht kein Einfallstor zu bieten.

Die Rolle der Tech-Milliardäre

Der autoritäre Umbau in den USA ist auch das Ergebnis einer Entwicklung, in der Überreiche ihre wirtschaftliche Macht systematisch in politische Macht übersetzen. Milliardäre, deren Vermögen aus fossilen Energien, der Finanz- und vor allem der Tech-Branche stammen, sind maßgeblich daran beteiligt. Elon Musk an einer Behördenspitze war dabei nur ein besonders offensichtliches Beispiel.

Tech-Milliardäre spendeten im US-Wahlkampf 2024 über 394 Millionen US-Dollar, 241 davon kamen allein von Elon Musk. Auch Peter Thiel unterstützt Trump und sein Umfeld schon lange, auch mit üppigen Spenden.

Die Tech-Milliardäre können zusätzlich die Macht über digitale Infrastruktur nutzen – auch politisch: Musk bot etwa Alice Weidel im Wahlkampf seine Plattform für ein ausführliches Interview mit ihr. Das Gespräch wurde von seinen Algorithmen bevorzugt ausgespielt, eine möglicherweise illegale Wahlkampfspende. Musk und X spielten auch bei den rassistischen Ausschreitungen in Nordirland eine Rolle. Peter Thiel, seit Jahren einer der prägenden Geldgeber und Vordenker der US-Rechten, sagt offen, dass er Demokratie und Freiheit für miteinander unvereinbar hält. Passend zu seiner Ideologie schafft er die digitale Infrastruktur, etwa Überwachungssoftware wie Palantir.

US-Einmischung in Europa: Kuschelkurs mit der AfD

Für die Einmischung in Europa liefert die Trump-Regierung in ihrer Sicherheitsstrategie die ideologische Rechtfertigung. Es drohe vermeintlich eine „Auslöschung der Zivilisation“ und ein Ende der Demokratie. Die Narrative der extremen Rechten spiegeln sich auch in den Themen Migration, sinkende Geburtenraten, dem vermeintlichen Verlust nationaler Identitäten oder Unterdrückung und Meinungsfreiheit.

Letztere wird vor allem als Argument gegen EU-Regulierung von US-Plattformen ins Feld geführt. Dazu will die USA „Widerstand gegen den aktuellen Kurs Europas“ fördern und „patriotische europäische Parteien“ unterstützen. Auch Donald Trump selbst erwähnte in einem Interview, dass er europäische politische Kandidat*innen unterstützen möchte, die seine „Vision“ teilen.

Dass damit die AfD gemeint ist, haben hochrangige US-Regierungsvertreter wiederholt deutlich gemacht. US-Außenminister Marco Rubio nannte die Einstufung der AfD als gesichert rechtsextremistisch „Tyrannei“. Vizepräsident JD Vance warnte bei der Münchner Sicherheitskonferenz vor Brandmauern und traf sich anschließend mit AfD-Chefin Weidel. Trump-Berater Elon Musk warb wiederholt für die AfD.

Auch Teile der AfD suchen offenkundig die Nähe zum Trump-Lager. Eine AfD-Delegation um Markus Frohnmaier reiste etwa zu einer Gala der Young Republicans, der Nachwuchsorganisation der US-Republikaner, nach New York.

Millionen US-Fördergelder für rechte Thinktanks

Um in Europas politische Landschaft einzugreifen, setzt die US-Regierung auf bestehende Netzwerke und politische Vorfeldorganisationen, zu denen insbesondere Thinktanks gehören. Inzwischen wird dafür ganz konkret Geld bereitgestellt.

Im Januar gab es bereits Berichte der Financial Times, dass über Töpfe aus der US-Kulturförderung Gelder an ausgewählte Organisationen fließen könnten, die auf Linie mit dem MAGA-Kurs sind. Das US-Außenministerium deutete an, damit im Rahmen der Förderung von Kultur und Zivilgesellschaft neue US-amerikanische Prioritäten wie „freie Meinungsäußerung“ fördern zu wollen. De facto ist das eine politische Offensive: Die Gelder sollen dahin fließen, wo Organisationen in Europa gegen Plattformregulierung, Gleichstellungspolitik oder demokratische Standards mobilisieren.

x.com/Frohnmaier_AfD (Screenshot) -
Sarah Rogers, hochrangige Beamtin aus dem US-Außenministerium, das die Gelder bereitstellen würde, traf sich Ende 2025 mit dem AfD-Politiker Markus Frohnmeier. In UK traf sie Vertreter von Nigel Farages rechtspopulistischer Reform UK Partei.
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Sarah Rogers, hochrangige Beamtin aus dem US-Außenministerium, das die Gelder bereitstellen würde, traf sich Ende 2025 mit dem AfD-Politiker Markus Frohnmeier. In UK traf sie Vertreter von Nigel Farages rechtspopulistischer Reform UK Partei.

Aus Washington wurde das als langjährige Praxis dargestellt, und der Vorwurf, damit Gelder an extrem rechte Organisationen kanalisieren zu wollen, vehement bestritten. Inzwischen wird es ganz offen und konkret gemacht: Eine Ausschreibung des US-Außenministeriums stellt Fördermittel von bis zu 3 Millionen US-Dollar bereit, die von europäischen Thinktanks, Bildungseinrichtungen oder privaten Personen abgerufen werden können, die gegen „supranationale Institutionen“ kämpfen – womit die EU gemeint ist.

Für die USA geht es vermeintlich um Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und Menschenrechte – doch konkret wird damit noch mehr Geld dafür zur Verfügung gestellt, um dagegen vorzugehen, wie die EU die Macht von Big Tech begrenzt, genau wie es die Tech-Lobby in Brüssel schon tut.

Bundesregierung muss dringend handeln

Friedrich Merz hat Trump laut Guardian daraufhin „gewarnt“, sich nicht in deutsche Wahlen einzumischen. Doch Warnungen können uns nicht gegen solche Einflussnahme schützen. Merz und die Bundesregierung sollten stattdessen für starke Regulierung der Tech-Konzerne in der EU sorgen und Schlupflöcher bei der Parteienfinanzierung endlich schließen. Das ist auch eine Frage der Souveränität.

Die Einflussnahme als Teil der US-Sicherheitsstrategie wird offen angekündigt – die Kanäle und Netzwerke, über die das passiert, sind dagegen weniger bekannt. Dabei ist die Vernetzung in vollem Gange und auch Gelder aus den USA fließen über Thinktanks nach Europa. Bereits 2023 stammte über ein Drittel der Finanzierung der größten Thinktanks in Europa von US-Firmen oder US-Milliardären, wie eine Auswertung der NGO Follow the Money zeigte.

Ein immer größerer Teil kommt dabei aus dem weit rechten Spektrum. Nach einer Analyse des italienischen Senders RAI 3 (Paywall) haben zwölf der einflussreichsten US-Organisationen der extremen Rechten im Zeitraum 2020 bis 2024 110 Millionen US-Dollar in Europa investiert. Dazu gehören die Heritage Foundation, die Alliance Defending Freedom, das Atlas Network, das Heartland Institute, American Center for Law and Justice, die Edmund Burke Foundation, das Cato Institute, der Atlantic Council, Students for Liberty, das Consumer Choice Centre, das International Republican Institute und das Acton Institute.

Millionen für Aktivitäten in der EU aus rechten Netzwerken

BLOOM Association -
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Die französische NGO Bloom hat in einem ausführlichen Report von Mai 2026 außerdem nicht nur das prägende Netzwerk der extremen Rechten in Europa ausgeleuchtet, sondern auch berechnet, welche Summen einige dieser ultra-konservativen US-Thinktanks in Europa ausgeben. Für den Zeitraum von 2019 bis 2024 kam der Report auf eine Summe von mindestens 46 Millionen US-Dollar für Aktivitäten in Europa, etwa Programmarbeit, Förderung, juristische Arbeit oder Anwaltskosten.

Insbesondere die Alliance Defending Freedom fällt auf, ihr sind rund zwei Drittel der Summe zuzuschreiben. Die Ausgaben sind wahrscheinlich noch viel höher: In der Studie wird angemerkt, dass einige Institute, die offensichtlich Lobbyarbeit in der EU betreiben, keinerlei Ausgaben für Aktivitäten in der EU angegeben hatten. Diese Zahlen beziehen sich außerdem auf die Zeit der Biden-Regierung. Nach der Machtübernahme Trumps könnten sich Ressourcen von den USA noch stärker nach Europa verlagert haben und deshalb die Ausgaben für Aktivitäten in der EU noch höher sein.

Zu den Strategien innerhalb der USA gehört für diese Organisationen meist auch finanzielle Unterstützung von Kandidat*innen und Parteien, teils durch die berüchtigten Super-PAC-Strukturen, bei denen Spenden gesammelt und weitergegeben oder für eigene Kampagnen genutzt werden.

Wer sind die Organisationen dieses Netzwerks in der EU?

Wir beleuchten hier als Ausschnitt einige wichtige Thinktanks und Organisationen.

CPAC Germany: Bühne, Netzwerk, Geld

Diese Ankündigung ließ aufhorchen: Die bekannte Konferenz „Conservative Political Action Conference“ (CPAC) aus den USA will mit CPAC Germany nach Deutschland kommen. Die CPAC ist die jährliche Konferenz des rechten Flügels der US-Republikaner und war eine wichtige Bühne für Trump während seines Aufstiegs innerhalb der republikanischen Partei. CPAC knüpft schon seit Jahren Verbindungen nach Europa und hat in Ungarn und Polen bereits Konferenzen veranstaltet. Aus Deutschland kamen zu diesen Treffen bisher ausschließlich Gäste von AfD und Werteunion.

Netzwerker für CPAC Germany ist Arian Aghashahi, Berater der Republicans Overseas Germany, der bis vor Kurzem für die CDU-nahe und rechtspopulistische Kampagnenorganisation „The Republic“ die Berlin Campaign Conference organisiert hat. Inzwischen ist Agashahi laut T-Online aus der CDU ausgetreten und wohl eher der AfD verbunden. Das lässt zumindest sein kurzer Karriere-Zwischenschritt bei der „Sovereignity Foundation“ vermuten: Das ist die politische Stiftung der rechtsnationalen bis rechtsextremen Europäischen Partei ESN, zu der hauptsächlich die AfD gehört.

Während CPAC Germany sich als überparteilich bezeichnet, kommentierte der AfD-Europaabgeordnete Petr Bystron eine CPAC-Konferenz in Deutschland als „eine Stärkung der Beziehung zwischen den Republikanern und der AfD“.

Die CPAC-Konferenzen gehören zur Lobbyorganisation American Conservative Union (ACU). Diese ist Trägerin eigener PAC- bzw Super-PAC-Strukturen: Das sind Lobbygruppen bzw. Wahlkampfkomitees in den USA, die Großspenden sammeln und teilweise unbegrenzt Gelder für Wahlwerbung ausgeben dürfen. Konstrukte wie SuperPAC sind in den USA für das massive Machtungleichgewicht und den enormen Einfluss von Superreichen und Konzernen auf die Politik mitverantwortlich.

Eine Bühne für die extreme Rechte bietet auch der „Remigration Summit“ um den rechtsextremen Martin Sellner aus Österreich. Hier trafen AfD-Politiker auf MAGA: Greg Bovino, bekannt als Hardliner der US-Grenzbehörde ICE, traf auf AfD-Funktionäre, Höcke hielt ein digitales Grußwort. Für die Veranstaltung wurden über die Spendenplattform givesendgo Spenden gesammelt, die aus dem evangelikal-rechten Umfeld von MAGA stammt. Sie steht in der Kritik, weil sie rechtsextremen Gruppen unter dem Dach der „Meinungsfreiheit“ das Spendensammeln ermöglicht.

Instagram/kay.gottschalk.mdb.111 (Screenshot) -
Greg Bovino und der AfD-Bundestagsabgeordnete Kay Gottschalk beim „Remigration Summit“ in Portugal
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Greg Bovino und der AfD-Bundestagsabgeordnete Kay Gottschalk beim „Remigration Summit“ in Portugal

Heritage Foundation – Architektin des autoritären Umbaus der Trump-Regierung

Die Heritage Foundation gilt als Machtzentrum der Republikanischen Partei in den USA und ist zuletzt vor allem als Macherin des berüchtigten „Project 2025“ aufgefallen. Dabei ist das nur eines von vielen Projekten. Zur ultra-libertären und christlich-nationalistischen Agenda gehört z. B. der Kampf gegen Klimaschutzmaßnahmen und gegen Regeln und Verantwortung für Konzerne. Die Stiftung macht weit mehr als ein üblicher Thinktank, sie fördert u. a. gezielt Nachwuchs, um Positionen in Politik, Justiz und Behörden zu besetzen.

In Europa sucht Heritage aktiv die Vernetzung mit den Patriots for Europe, der ebenfalls rechtsextremen Fraktion im EU-Parlament, zu der unter anderem Le Pens RN und Ungarns Fidesz gehören. Im Januar 2025 fand auch ein Treffen mit CDU-Bundestagsabgeordneten statt. Dabei waren außerdem die Organisatoren der Berlin Campaign Conference (siehe CPAC), Armin Petschner-Multari und Arian Agashahi.

Die Heritage Foundation ist eng vernetzt, mehr dazu in der Lobbypedia.

Alliance Defending Freedom: Juristische Strategien für den Abbau von Bürgerrechten

Die Alliance Defending Freedom (ADF) gehört zur religiösen Rechten in den USA und verfolgt neben vielen anderen Organisationen eine christlich-fundamentalistische Agenda in der EU. Sie stellt sich selbst als Menschenrechtsorganisation dar, doch sie ist weit davon entfernt. Sie nutzt strategisch juristische Verfahren, um Bürgerrechte auszuhöhlen oder abzuschaffen: Abtreibungsrechte, Gleichstellungs- oder Antidiskriminierungsgesetze.

ADF hat enorme finanzielle Ressourcen: Der ADF-Verbund hatte 2024/2025 Einnahmen in Höhe von ca. 123 Mio. Dollar; die Ausgaben lagen bei 109 Mio. Dollar. Der internationale Ableger ADF International hat auch in Brüssel und Frankfurt Niederlassungen. Für Aktivitäten in Europa wurden für 2023/2024 ca. 5,1 Millionen US-Dollar angegeben. Woher das Geld stammt, ist größtenteils intransparent, da es aus sogenannten Donor Advised Funds kommt, bei denen die Namen der eigentlichen Spender anonym bleiben. Unter den Spendern sind allerdings bekannte US-Milliardärsfamilien aus dem erzkonservativen Spektrum zu finden.

Die internationale Vernetzung und der starke Einfluss der religiösen Rechten in den USA sind auch Gründe dafür, dass Religion auch in Teilen der AfD, wie z. B. bei Beatrix von Storch, politisch inzwischen eine Rolle spielt. Dabei ist es für die AfD wohl eher ein narratives Mittel zum Zweck: Christentum als Abgrenzung vom Islam dient auch dazu, Anti-Migrations-Positionen zu legitimieren.

Mehr zur ADF in der Lobbypedia

Globale Libertäre im Atlas Network

Das globale Atlas-Netzwerk besteht aus über 500 ultra-liberalen und libertären Denkfabriken weltweit und vernetzt sich seit Jahren immer stärker mit extrem rechten Akteuren. Wie bei vielen der genannten Thinktanks stammt auch hier die Finanzierung aus der US-Fossilindustrie. Wenig überraschend ist dieses Netzwerk auch ein Treiber des Zweifels am menschengemachten Klimawandel.

In der EU arbeitet das Netzwerk eng mit dem EPICENTER zusammen – wiederum ein Netzwerk aus mehreren Thinktanks. Es arbeitet daran, Schutzstandards in der EU massiv abzubauen.

Auch in Deutschland vernetzen sich libertäre Organisationen wie die Hayek-Gesellschaft zunehmend mit Akteuren der AfD.

→ Atlas Network in der Lobbypedia

Heartland Institute

Das Heartland Institute ist ein zentraler Akteur, der sich für den Abbau von Umweltschutz- und Klimamaßnahmen einsetzt und dabei auch Klimafakten leugnet und Falschinformationen verbreitet. Es wirkte auch am Project 2025 der Heritage Foundation mit und hat in den USA enormen Einfluss. Das Geld kommt historisch aus der US-Fossilindustrie, Sponsoren waren etwa ExxonMobil oder die Koch-Familie.

Seit Ende 2024 gibt es Heartland UK und Europe. Hier ist die Organisation mit rechtsextremen Kräften verbündet und kämpft in der EU mit ihnen gegen Schutzstandards wie die EU-Lieferketten-Richtlinie, die Unternehmen für Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden in ihren Lieferketten zur Verantwortung zieht. Das Heartland Institut hat die rechtsextreme und AfD-nahe Youtuberin Naomi Seibt gefördert.

Mehr zu Heartland in der Lobbypedia

Americans for Tax Reform

Für die Americans for Tax Reform ist das Thema Steuern zentral: so wenig und so einfach wie möglich, um die Macht des Staates drastisch zu beschränken. Einen besonderen Blick haben sie in Europa auch auf die Digital Services Tax, die als „Diskriminierung amerikanischer Unternehmen“ betrachtet wird. Doch die Organisation leugnet zugleich den menschengemachten Klimawandel und hat eng mit dem Heartland Institute gearbeitet, um die EU-Lieferkettenrichtlinie zu bekämpfen.

Leadership Institute

Das Leadership Institute ist kein klassischer Thinktank, sondern eher eine Trainingsplattform. Es fördert Studierende oder Aktivist*innen und Kandidat*innen für die politische Arbeit im konservativen Spektrum und für die spätere Besetzung von Schlüsselpositionen. Es ist zunehmend mit extrem rechten Organisationen vernetzt und im Netzwerk um die Heritage Foundation fest verankert. Die Finanzierung stammt aus dem Netzwerk rechter US-Milliardäre wie der Koch-Brüder.

Das Leadership Institute exportiert sein Trainingsmodell auch international und organisiert Programme oder Konferenzen weltweit mit – in Berlin etwa die Berlin Campaign Conference.

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