Dazu kommentiert Aurel Eschmann, Campaigner für Lobbyregeln
„Die Aktienrente birgt Gefahren. Im gerade viel als Positivbeispiel herangezogenen schwedischen Modell werden die Rentengelder in signifikantem Umfang in Konzerne wie Amazon, Google, Palantir oder KKR investiert. Wenn die gesellschaftliche Altersvorsorge in diesen Konzernen angelegt wird, entstehen neue Abhängigkeiten. Politik im Sinne des Gemeinwohls im Zweifel auch gegen globale Konzerne durchzusetzen, wird so schwieriger. Macht und Einfluss konzentrieren sich zunehmend bei einzelnen Konzernen, beispielsweise US-amerikanischen Tech-Konzernen. Wie Demokratien Allgemeininteressen auch gegen diese durchsetzen können, ist eine der wichtigsten Fragen unserer Zeit.
In der Debatte wird bisher kaum beleuchtet, wie genau die Gelder einer Kapitalrente so investiert werden können, dass sie nicht in gesellschaftlich schädliche Bereiche fließen und keine neuen Abhängigkeiten entstehen.
Eine solche Aktienrente ist allerdings auch nicht alternativlos. Dass das umlagefinanzierte Rentensystem rein wegen der demographischen Entwicklung kollabiere, ist ein Lobby-Narrativ. Tatsächlich krankt es auch an der Verteilung der Gewinne durch gestiegene Produktivität. Deshalb sollten auch Umverteilungsmaßnahmen zur Rentenstabilisierung ernsthaft in Betracht gezogen werden. Wir fordern die Bundesregierung und insbesondere Bundesarbeitsministerin Bas auf, die Vorschläge zu einer Aktienrente kritisch auf den Prüfstand zu stellen.“
Hintergrund
- Zu den Vorschlägen der Rentenkommission
- Zur Frage von Verteilung vs. Demografie mit Bezug auf Renten
- Portfolio des Equity Funds des schwedischen Pensionsfunds
