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Lobbyismus und Klima

Aktion in Köln: Stadtwerke raus aus der Gaslobby!

Über 14.000 Unterschriften an Kongressbesucher:innen übergeben

von 26. September 2023

Wir waren heute beim VKU-Stadtwerkekongress in Köln. Dort sind auch Gaskonzerne vertreten, um die Stadtwerke zu umwerben: Shell mit einem eigenen Ausstellungsstand, Uniper als Sponsor. Die Konzerne wollen weiter Geschäfte mit dem klimaschädlichen und absehbar teuren Gas betreiben – und spannen dafür auch Stadtwerke vor ihren Lobbykarren. Doch das widerspricht dem Gemeinwohlauftrag der Stadtwerke, die eine zukunftsfähige Energie- und Wärmeversorgung sicherstellen müssen.

Wir wollten der Gaslobby nicht das Feld in Köln überlassen. Deshalb waren wir mit unserer eigenen Botschaft vor Ort: Stadtwerke sollten sich unabhängig machen von den Interessen der Gaslobby. Mit Bannern, Schildern und Flyern waren wir dort nicht zu übersehen. Während unserer Aktion vor dem Kongressgelände kamen wir auch mit einigen Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch.

Mit im Gepäck hatten wir die über 14.000 Unterschriften unter unserem Online-Appell an die Stadtwerke. Mit unseren Flugblättern haben wir die Botschaft aus dem Appell an die Vertreterinnen und Vertretern der Stadtwerke übergeben: Stadtwerke raus aus der Gaslobby. Wir sind uns sicher, dass es auf dem Kongress es so manche Gespräche über unsere Aktion gegeben hat. Das wollten wir erreichen: sichtbar sein, Gesprächsthema sein!

Die Gaslobby spannt Stadtwerke vor ihren Karren

Der Hintergrund unserer Aktion: Mehr als 70 Stadtwerke sind Mitglied in dem fragwürdigen Lobbyverband Zukunft Gas. Mitglied bei Zukunft Gas sind Gaskonzerne wie Shell, Uniper, Wintershall oder die Gazprom-Tochter Wingas. Doch der Verband spannt auch Stadtwerke vor seinen Lobbykarren. In einem eigenen Forum tischt er den Stadtwerken das Märchen vom Wasserstoff als Ersatz für Erdgas auf – obwohl Wasserstoff noch kaum zur Verfügung steht, weiter teuer und ineffizient bleiben wird, und in aller Regel auch nicht klimaneutral ist. Die Rede von einer Wasserstoff-Zukunft entpuppt sich als Lobby-Märchen.

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Wir haben die Stadtwerke schon im Mai in einem offenen Brief aufgefordert, aus dem Lobbyverband Zukunft Gas auszutreten. Mit Erfolg: 25 Stadtwerke sind in den letzten Monaten ausgetreten. Einige auch mit der klaren Begründung, dass die Mitgliedschaft in einem Gaslobbyverband nicht mit ihren Klimazielen zu vereinbaren ist. Das ist gut. Nun müssen weitere Stadtwerke folgen.

Unsere Aktion in Köln war Teil eines dezentralen Aktionstags, zu dem wir gemeinsam mit dem Umweltinstitut München, 350.org und WeiterSo aufgerufen hatten. Am Vortag waren wir selbst bereits bei einer Aktion in Berlin vor dem Lobbybüro in Berlin und in elf Städten gab es Aktionen vor Stadtwerken, die bei dem fragwürdigen Lobbyverband Zukunft Gas Mitglied sind. Wir bedanken uns bei allen, die unseren Online-Appell und unsere Aktion vor Ort unterstützt haben!

Stadtwerke raus aus der Gaslobby!

Der Lobbyverband Zukunft Gas spannt für seine Geschäfte mit klimaschädlichem und teurem Erdgas kommunale Stadtwerke vor seinen Lobby-Karren. Wir fordern diese Stadtwerke auf, aus Zukunft Gas auszutreten. Unterstützen Sie unseren Appell!

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