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Pressemitteilung

AfD hat 45 Millionen Euro Steuergeld nicht abgerufen – doch neue Großspenden können das ändern

Eine neue Auswertung von LobbyControl zeigt: Die AfD hat seit ihrer Gründung über 45 Millionen Euro Steuergeld nicht abrufen können. Grund dafür ist die relative Obergrenze. Da sie nicht genug Geld aus eigener Kraft erwirtschaftet, etwa aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen, konnte sie seit 2015 die volle staatliche Parteienfinanzierung nicht abrufen, die sie wegen ihrer Wahlergebnisse hätte erreichen können. Doch unsere aktuelle Auswertung der Großspenden 2025 zeigt: Das kann sich bald ändern.

von 28. Januar 2026

Dazu kommentiert Aurel Eschmann, Experte für Parteienfinanzierung:

„Seit 2015 hat die AfD nicht genug aus privaten Quellen eingenommen, um die volle staatliche Parteienfinanzierung abzurufen. Dadurch sind ihr seit der Gründung über 45 Millionen Euro an Steuergeldern entgangen. Die AfD ist die einzige Partei im Bundestag, die die relative Obergrenze regelmäßig nicht erreicht, da sie starke Wahlergebnisse, aber vergleichbar geringe Einnahmen an Spenden und Mitgliedsbeiträgen hat.“

Unsere aktuelle Auswertung der Großspenden 2025 zeigt allerdings, dass sich das bald ändern könnte:

„Denn keine Partei konnte bei den Großspenden 2025 größeres Wachstum verzeichnen als die AfD. Zwar liegt die CDU insgesamt noch knapp vorne, doch die AfD hat massiv aufgeholt. Nachdem die AfD jahrelang so gut wie keine Großspenden meldete, verzeichnete sie 2025 über 5 Millionen Euro. Besonders ist auch, dass 95 % dieser Spenden von nur drei Spendern kommen. Dieser enorme Zuwachs ist ein weiteres Zeichen dafür, dass immer mehr Vermögende und Unternehmen offen die AfD unterstützen.“

Doch auch bei den Spenden insgesamt lässt sich eine besorgniserregende Eskalation der Mengen und Höhen beobachten.

„2025 war ein Rekordjahr für Großspenden. Die vorgezogene Bundestagswahl und eine Reform der Regeln für Parteispenden erschweren einen direkten Vergleich zum Wahljahr 2021, doch es spricht vieles dafür, dass sich die Großspenden in etwa verdoppelt haben. Alleine in den fünf Monaten vor der Bundestagswahl wurde mehr gespendet als im ganzen Kalenderjahr 2021. Auch die einzelnen Spenden werden immer höher und höher. 2025 und 2024 gab es insgesamt sieben Spenden von mehr als einer Million Euro, in den 24 Jahren davor gab es gerade mal drei.“

Diese Entwicklung ist alarmierend, denn Großspenden sind undemokratisch. Sie verschaffen Vermögenden und Unternehmen zusätzlichen Einfluss und verzerren den politischen Wettbewerb in ihrem Sinne. Die einfachste und wirksamste Maßnahme gegen diese Entwicklung ist ein Parteispendendeckel, wie er in den meisten anderen Ländern bereits Standard ist.

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