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Lobbyfacts: Update hebt EU-Lobbyrecherche auf neues Level

Lobbyismus in der EU

Die neue Version von Lobbyfacts ist da: Das Onlinerecherchetool ist ein Riesengewinn für alle, die zu Lobbyismus in der EU recherchieren. Es bietet jetzt auch die Möglichkeit, ab 2012 Angaben aus dem EU-Lobbyregister anzusehen und sie mit aktuellen Daten zu vergleichen. Deutlich wird: Lobbying in Brüssel hat seit 2012 erheblich zugenommen.

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Was liefert Lobbyfacts?

Nochmal zur Erinnerung: Lobbyfacts.eu ist ein gemeinsames Onlinerecherche-Projekt von LobbyControl und Corporate Europe Observatory (CEO). Auf der Website kann man die Daten des EU-Transparenzregisters auswerten. Wollen Sie sehen, wer in Brüssel das meiste Geld für Lobbyarbeit ausgibt? Wer die meisten Lobbyisten beschäftigt? Wer wieviele Dauerzugangspässe ins EU-Parlament hat? All das können Sie über unsere Such- und Recherchefunktionen leicht herausfinden.

Jetzt neu: Lobbytreffen mit EU-Kommissarinnen und -Kommissaren

Mit der neuen Version von Lobbyfacts können Sie jetzt aber auch herausfinden, welche Organisation wieviele Treffen mit EU-Kommissarinnen und Kommissaren hatte. Dafür greifen wir auf die Seiten der EU-Kommission zurück, auf denen die EU-Kommissarinnen und -Kommissare dies angeben müssen. Während man sich also normalerweise durch deren Seiten klicken muss, können Sie nun einfach auf lobbyfacts.eu nachsehen.

Alle Lobbydaten von 2012 an

Die bedeutendste Neuerung ist aber die historische Dimension. Wir haben alle Daten des EU-Transparenz-Registers seit 2012 gesammelt. Während man im Register nur den aktuellen Eintrag sehen kann, bietet Lobbyfacts die Möglichkeit zu vergleichen, was Google vor einem, zwei oder drei Jahren an Lobbyausgaben angegeben hat. Natürlich nur, sofern dies auch im Lobbyregister ausgewiesen wurde.

Realitätschecks

Denn wir können nur wiedergeben, was Lobbyisten im EU-Lobbyregister offenlegen. Und da sind wir wieder beim alten Problem des freiwilligen Lobbyregisters: Die Daten sind unzuverlässig, und man kommt oft zu absurden Ergebnissen.

Aber auch hier kann Lobbyfacts helfen. Es lohnt sich die vielen Filter als Realitätscheck zu nutzen: Wenn man den „Büro in Brüssel“-Filter anwendet und damit die Zahl der Dauerzugangspässe für das EU-Parlament und die Treffen mit Kommissarinnen und Kommissare angezeigt bekommt, zeigt sich ein weitaus realistischeres Bild der größten Lobbyisten in Brüssel, als wenn man nur nach Lobbyausgaben sortiert.

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Das „Ranking“ der größten Lobbyisten nach einem „Realitätscheck.“

Anstieg der Lobbyausgaben seit 2012 um 40 Prozent

Mit der historischen Dimension hat Lobbyfacts nun eine ähnliche Datenbasis und vergleichbare Recherchemöglichkeiten wie das US-amerikanische Pendant opensecrets. Wir haben mit Lobbyfacts herausgefunden, dass die Lobbyausgaben in Brüssel seit 2012 um 40 Prozent gestiegen sind. Das zeigt, wie wichtig es ist, das Treiben der Lobbyistinnen und Lobbyisten transparent zu machen und zu beobachten. Dazu ist Lobbyfacts ein erster Schritt. Der nächste ist politischer Natur: Die Einführung eines verpflichtenden Lobbyregisters.

Nina Katzemich

Autor: Nina Katzemich

Geboren 1975, arbeitet seit Mai 2009 bei LobbyControl insbesondere zum Lobbyismus in Brüssel.

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