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Clement steigt bei Arbeitgeber-Lobby auf

Wolfgang Clement wird Kuratoriumsvorsitzender der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und damit Nachfolger von Hans Tietmeyer der den Posten seit Gründung der INSM inne hatte.

Die INSM ist eine marktliberale Lobby-Organisation, die von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektroindustrie finanziert wird. Sie will u.a. erreichen, dass der Arbeitsmarkt und das Bildungswesen stärker an den Bedürfnissen von Unternehmen ausgerichtet werden.

Wolfgang Clement war bis September 2005 Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit und wechselte bereits im Februar 2006 in den Aufsichtsrat der RWE Power AG. Inzwischen hat er eine Vielzahl von Aufsichtsratsposten oder Berater-Jobs bei Unternehmen und Lobby-Organisationen angehäuft.

Weitere Informationen in der Lobbypedia:

Foto: Wolfgang Clement, Lizenz: CC BY 2.0, Autor: Andreas Levers

Felix Kamella

Autor: Felix Kamella

Studierte in Bonn Politische Wissenschaft, Osteuropäische Geschichte und Slavistik. Seit Februar 2011 arbeitet er bei LobbyControl. @felixkamella

3 Kommentare

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    Das ist nur typisch und folgerichtig für diesen unsympathischen Typ vom Schlage „Nimm mit was du kriegen kannst“ …

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    „Sozial“ wie auch „demokratisch“ sind in der Politik schon vor vielen Jahren geopfert worden. Wo war denn wirklich der Unterschied zwischen Schröder und Stoiber? Ich war immer eher eine Anhängerin der politischen Ansichten Lafontaines – aber was ist denn aus ihm geworden? Was können Politiker in unserer, von der Wirtschaft und vom Geld regierten, Republik noch bewegen? Viele von uns haben sich doch auch schon Mitte bis Ender 90er Jahre ködern lassen mit hohen Rendite-Erwartungen auch für die Kleinaktionäre – man denke nur an die T-Aktie. Jeder denkende Arbeitnehmer hat sich doch die Augen gerieben, Arbeit hat sich doch überhaupt nicht mehr gelohnt angesichts der Renditen, die Geldvermögen bringen konnte. Es gibt doch seitdem überhaupt keinen Bezug mehr zwischen Geld und Wertschöpfung. Dann kam noch diese entsetzliche „Geiz ist geil“ Einstellung, von der immer noch viel zu viele überzeugt sind und nicht begreifen, dass sie seit Jahren massiv an den Ästen sägen auf denen wir sitzen. Wie sollen denn in Deutschland noch Näherinnen beschäftigt werden, wenn wir für eine sauber genähte Bluse keine 25 EUR zu zahlen bereit sind? Wie es den Näherinnen in Bangladesch geht, ist uns ja völlig egal. Das trifft leider vor allem für die Landsleute zu, die eigentlich genügend Geld zur Verfügung hätten.
    Meine schlimme Befürchtung ist, dass das erst anders wird, wenn es noch viel mehr Leuten sehr schlecht geht und der Kampf auf der Straße und nicht mehr in den Wahlurnen ausgetragen wird. In Deutschland sind die Verlierer doch noch besser abgesichert als in anderen Ländern, aber auch uns wird die Krise irgendwann mal voll treffen …

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    Wolfgang Clement ist für mich ein besonders deutliches Beispiel dafür, dass leider auch so mancher sozialdemokratischer Politiker weder sozial noch demokratisch ist. Das erste mal deutlich unangenehm ist er mir schon in seiner Zeit als Ministerpräsident von NRW aufgefallen, wo er anscheinend nichts gegen eine umwelt- und menschenzerstörende Erdölleitung unternommen hat, für die „seine“ WestLB eine der wichtigsten Geldgeberinnen war. Auf Grund vieler Proteste zogen sich viele Investoren wieder zurück. Die Landesbank von NRW blieb Unterstützer des Irrsinigen Projekts, das darum sogar mit „WestLB-Pipeline“ betitelt wurde…