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Die Verbindungen der Pro-Stuttgart 21-Initiativen

Abbrucharbeiten am Stuttgarter Hbf und Protest, Foto: Mussklprozz (Lizenz: CC-by-sa)

Abbrucharbeiten am Stuttgarter Hbf und Protest, Foto: Mussklprozz (Lizenz: CC-by-sa)

Vorfeld-Organisationen, Kunstrasen-Initiativen oder alles echte Graswurzeln? In den letzten Tagen wird heiß darüber diskutiert, welche Verbindungen die Pro-Stuttgart 21-Initiativen zur Bahn oder anderen Projektträgern haben. Auslöser war ein Beitrag des Metronaut-Blogs. Die Süddeutsche Zeitung online hat gestern einen längeren Artikel dazu veröffentlicht – und es gibt weitere interessante Informationen zu den Verbindungen der Pro-Stuttgart 21-Initiativen.

Wenig beachtet wurde unseres Wissens nach folgende Passage von der Webseite der Intiative „Bürger für Stuttgart 21“:

Die IG Bürger für Stuttgart 21 hatte in der letzten Woche das große Glück nicht nur am Lauftreff teil zu nehmen, sondern auch OB Schuster zu treffen, sowie ein kurzes Gespräch mit dem Innenminister Resch und unserem Ministerpräsident Mappus zu führen. […] Als ein großes Highlight freuen wir uns im Oktober auf ein exklusives Treffen mit Bahnchef Grube. […]

Ich saß zusammen mit unserem Pressesprecher Gerald Holler, Johannes Bräuchle und Christian List am letzten Freitag zusammen mit 30 offiziellen der Stadt, des Stadtrates, des Gemeinderates, der Bahn, der Agentur für Arbeit, der IHK oder des Wirtschaftsrates zusammen. Es wurde festgelegt, dass es nun einen gemeinsamen Weg für Stuttgart 21 geben wird. Jedoch muss dieser Weg weiterhin aus der Bevölkerung heraus kommen. (Anmerkung LobbyControl: das ganze ist mit „Rückblick der KW37“ überschrieben, also war es vermutlich Freitag, der 17.9.)

Der erste Teil zeigt zunächst die guten Kontakte zur Politik und zur Bahn, im zweiten Teil geht es noch weiter: das dort skizzierte Treffen deutet darauf hin, dass die Pro Stuttgart 21-Initiativen in eine gemeinsame Koordination mit der Politik, der Bahn und weiteren Unterstützern aus der Wirtschaft eingebunden sind. Christian List ist Vertreter der Initiative „Laufen für Stuttgart“, Johannes Bräuchle von „proSIT 21“. Mit der IG „Bürger für Stuttgart 21“ haben sie sich neuerdings zum Bündnis „Wir sind Stuttgart21“ zusammengeschlossen (weitere Details insbesondere zu Christian List siehe den Artikel in der Süddeutschen Zeitung).

Der oben zitierte Bericht über das gemeinsame Treffen legt auch nahe, dass es eine abgesprochene Strategie gibt, für die Pro Stuttgart 21-PR bürgernahe Initiativen nach vorne zu stellen zu fördern (oder vermeintlich bürgernahe Initiativen). Das heißt noch nicht, dass die Pro Stuttgart 21-Initiativen von der Bahn oder anderen Projektträgern beauftragt wären. Das ist möglich, aber bislang nicht belegt. Es kann auch sein, dass die Initiativen zunächst echt sind, aber gezielt durch Projektträger von Stuttgart 21 bzw. interessierte Kreise gefördert und instrumentalisiert werden. Wir haben zu dem Treffen und möglichen Absprachen mit der Bahn u.a. eine Anfrage an die IG „Bürger für Stuttgart 21“ gestellt. Für weitere Hinweise sind wir dankbar.

Update: Der Pressesprecher des Vereins „Bürger für Stuttgart 21“, Gerald Holler, bestätigte der Nachrichtenagentur dapd, dass das Kommunikationsbüro der Bahn sowie die Stadt bei dem Treffen ihre Unterstützung zusagten. Die Bürger wurden mit Argumenten für das Projekt versorgt. Sie hätten Gutachten und Kontakt zu Architekten sowie Tunnelspezialisten erhalten. Die Befürworter-Webseiten würden seitdem zudem über Newsletter gepuscht. „Wir bekommen aber kein Geld“, sagte Holler laut dpad. (Quelle: dapd-Meldung vom 5.10.2010)

Hintergrund:

  • Zum Vergleich: Das ganze erinnert an das Vorgehen der Asphalt- und Baulobby im Straßenbau: Dort gibt es die „Gesellschaft zur Förderung umweltgerechter Straßen- und Verkehrsplanung“ (GSV). Die GSV hilft Bürgerinitiativen pro Umgehungsstraßen (oder pro Tunnel, Brückenbauten etc.) bei der Pressearbeit, der Strategieentwicklung und der Kontaktanbahnung zu Straßenbauämtern und Entscheidungsträgern. Sie hat zudem in den letzten Jahren immer wieder die Proteste der Pro-Straßen-Bürgerinitiativen finanziell unterstützt.
  • Da aktuell mehrfach an den Skandal um verdeckte PR der Deutschen Bahn unter Bahnchef Hartmut Mehdorn erinnert wird, hier nochmal als Hintergrundmaterial unsere Enthüllungen dazu aus 2009 (pdf). Weitere Nachrichten dazu im Blog unter dem Schlagwort „Deutsche Bahn“

Autor: Ulrich Müller

geschäftsführender Vorstand von LobbyControl

24 Kommentare

  1. Könnt Ihr vielleicht auch mal vor Eurer eigenen Tür kehren und öffentlich machen, wieviele von Euch „Gutmenschen“ noch Kontakte zu Freunden, Nachbarn, Komilitonen, aktuellen und ehemaligen Arbeitskollegen haben? Auch auf Eurer Seite gibt es den Filz, den Ihr bei anderen so anprangert! Etwas mehr Objektivität und weniger Selbstgerechtigkeit wäre durchaus angebracht!

  2. Schade ich dachte Lobby Control wäre eine unterstützenswerte Organisation, mit diesem Artikel haben Sie sich leider für weitere Spenden disqualifiziert.

  3. Natürlich muss ein derartiges Projekt auch aus der Steuerkasse mitfinanziert werden, doch das erheblich verbesserte öffentliche Verkehrssystem kommt doch ganz Baden-Württemberg zu Gute. Ebenso allen, die Stuttgart besuchen.

  4. Ist schon ein Unsinn mit dieser Stuttgart 21 Planung, mag ja sein das die Stuttgarter Bahn Planer hoffen in der Tiefe auf Gold und Edelstein zu stossen um damit die rießige Summer der Bahnhofsumgestalltung zu bezahlen….. dem wird wohl nicht so sein…. denn nicht nur die Stuttgater oder nur die Schwaben…. müßen es bezahlen, sonndern alle Steuerzahler und Bewohner der BRD
    Man stelle sich vor alle Stadte mit einem Kopfbahnhof ( und da gibt es einige (zb. Frankfurt) würden auch so einen Unsinn planen und umsetzten… gegen den Willen der Bürger. In Frankfurt gibt es einen ICE Bahnhof am Flughafen mit direkter U-Bahn Anschluss an den Hauptbahnhof…. Warum kann Stuttgart das nicht auch so planen..
    Weiter kann ich und viele andere Bürger nicht verstehen, das man einen Denkmal geschützen Bahnhofsbau abreißen und im Schlosspark 300 Jahre alte Bäume fällen muss um einen Gleißanschluss in der Tiefer herzustellen. Ich meine den Stuttgater ist Ihr Schlosspark so wie er ist (war) lieber, wie eine moderne nichts sagende Glaskuppel Landschaft im Schlosspark…. Der Mensch braucht Natur, eine Oase der Ruhe und Entspannung in der Stadt…. Also das Projekt Stuttgart 21 muß gestopt werden. Aber an die Beführworter, von Stuttgart 21…. das hat etwas mit Menschlichkeit und nicht mit wie so gerne behauptet mit eine „Blokadehaltung“ zu tun… Leider gibt es in der BRD viele solche „Stuttgart 21“ wie zb. das Autobahn Tunnelprojekt im Rahmen „Stadt am Fluss“ dort werden die Bürger auch nicht voll beteiligt sondern gegen den Willen der Bürger die Stadt Saarbrücken auf Jahre verunstalltet…. und für Schulen oder sonstige Soziale Projekte soll dann wieder kein Geld da sein…. Die Politik versagt, ist am abheben und das Ohr nicht mehr am Bürger…. Das Land brauch Politiker aus den Volk die dem Volk diehnen und nicht sich selbst bedienen oder für eine Loby entscheiden…

  5. @Angie
    Nur zum Punkt „hohe Professionalität“: Jedenfalls bei der Seite von „Für Stuttgart 21“ kann ich die nicht entdecken. Das wimmelt von Rechtschreibfehlern und ist grafisch miserabel (Frames!). Sieht eher nach geistig sehr unbedarften JU-lern (Sorry für den Pleonasmus) aus.

  6. Die Wichtige Punkte:

    1) Es geht nicht ums Geld,
    Es kann uns Egal sein wenn das Projekt 20.000.000.000 kostet
    (Geld verprasst die Politik sowieso, STGT21 von Betrag ist peanuts)

    2)das Projekt muss Nutzen für Heute und Morgen bringen

    3)das Projekt muss Sicher sein (EU konform, keine Sonderregelungen) und die Verantwortlichen (bei Murks) klar definiert werden (damit Sie dafür Zahlen sollen)

    4)Die Frei werdenden Flächen sollen 50/50% Grün/Bau geplant werden

    5)Die Bebauten Flächen sollen mit Schönen und Sehenswürdigen Gebäude besetzt werden (nicht schnell schnell genehmigen nur aus Geldgier)

    6)Wenn man keinen Investor für Schöne Bauten findet dann wartet man oder sponsert (Bahn, Land und Bund) man die besseren Projekte.

    7)Schöne Bauten bringen Wohlfahrt fürs Auge und Seele.

    8)Schöne Freiflächen bringen Wohlfahrt für Auge, Seele und Gesundheit.

  7. @FÜR S21

    „Ich finde diese angebliche großartige Aufdeckung eines nicht vorhandenen Filzes nicht zielführend… spielen da Ängste mit, die Befürworter Lobby könnte zu groß und mächtig werden – mein Gott, jeder versucht doch so viele möglich auf SEINE Seite zu ziehen.“

    Das Problem ist die Unehrlichkeit dieser vermeintlich unabhängigen „Pro S21“-Bewegung, wenn man vorgibt für die schweigende Mehrheit zu sprechen und dann möglicherweise mit der Bahn und den Regierenden in einem Bett zu liegen.
    Es ist zwar nicht beweisbar aber doch möglich, daß diese nicht eben in Geld schwimmende Werbeagentur bzw. ihr Chef den offensichtlich munter fließenden Mammon zumindest teilweise gesponsert bekommt.
    Man sollte sich nur die für eine beginnende Bewegung hohe Professionalität (u.a. im Internet) und die trotz weniger Mitglieder (und damit auch Spenden) üppig ausfallenden Werbemittel vor Augen halten. Dieses Niveau erreicht eine Bewegung normalerweise erst nach 1-2 Jahren,
    Wenn ich eine „Pro S21“ – Initiative gründen möchte, würde ich alle Finanzierungen offenlegen, um eben diesen Eindruck von Anfang an zu vermeiden.

    „Ach_ und eine Frage noch – die kann mir irgendwie kein Gegner beantworten: wer baut eigentlich K21 – die Bahn als INvestor fällt ja wohl weg, wenn S21 gekippt wird.“

    a. Investierte die Bahn als Staatsbetrieb nicht ihr sondern unser Geld und dies in dreifacher Weise. 1. in Form direkter Bundes- und Landeszuschüsse und 2.indirekt aus Erlösen des Staatsbetriebes (ein sehr geringer Anteil) sowie 3. aus Mitteln der Stadt Stuttgart.
    b. kann der Bahn-Eigner jederzeit anweisen, das Projekt K21 auszuführen.

  8. Es ist bezeichnend für „FÜR S21“, wenn er sagt, es gibt keinen Filz. Ich denke, der Mann lebt hinter dem Mond. (Übrigens gehen meiner Meinung nach der Großteil der Demonstranten genau deshalb auf die Straße und genau das ist es, was die Mafia in Politik, Wirtschaft und Medien nervös macht). Die Argumentation der S21 Befürworter lässt mich immer wieder fragen, was geht in deren Köpfe vor. Die sollten endlich mal begreifen, hier sind ausschließlich staatliche Stellen beteiligt. Alles ist eine Frage des politischen Willens und weniger eine Frage des Rechts, was sich bei der AKW Debatte deutlich zeigt. Wenn Grube zum Rapport ins Bundeskanzleramt müsste, wäre der Käs recht schnell gevespert.

  9. @ Bodo: und wie sieht es mit der Einflussnahme (der sehr deutlichen) der GRÜNEN aus??? K21 Logo ist Grün, die Bändel in der Stadt die über all rumhängen sind Grün … Wölfle, Kretschmann und Co. sprechen auf jeder GEGEN Demo …. ist das keine Einflussnahme…
    Man sollte nicht mit „Steinen“ werfen, wenn man im Glashaus sitzt….

    Und noch ne Info:
    Nach neuesten Informationen aus einem Bekennerschreiben, das auf der Homepage der „linksunten indymedia“ publiziert wurde, gab es in der Nach zum 2. Oktober einen Angriff auf die Landesvertretung Baden Württembergs in Brüssel. Zitat aus dem Schreiben: „Angesichts der untragbaren Repression der Baden-Württembergischen Regierung gegen Gegner_innen des Milliardenprojektes Stuttgart 21, haben wir in der Nacht auf den 2. Oktober die Landesvertretung in Brüssel angegriffen. Euer Polizeistaat kennt keine Grenzen. Unser Widerstand wird grenzenlos sein“. Die indymedia wird vom Bundesverfassungsschutz als ein von Linksextremisten verstärkt genutztes Internetportal bezeichnet.
    Der überwiegend als bürgerlicher Protest kommunizierte Widerstand gegen das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 wird zunehmend von linksextremen Gruppierungen unterwandert. So zum Bespiel auch bei die Schülerdemonstration am vergangenen Donnerstag. Drahtzieher und Organisator war die Jugendoffensive gegen Stuttgart 21 – als deren Sprecher Florian Toniutti fungiert. Toniutti ist allerdings nicht nur Sprecher der Jugendoffensive sondern auch in der Linksjugend „solid“, aktiv. „Solid“ wird vom Verfassungsschutz Baden Württemberg ebenfalls als Linksextremistisch eingestuft. Außerdem beteiligt sich die SAV Sozialistische Alternative an den Protesten und solid-Chef Florian Toniutti schreibt neuerdings Beiträge auf der Homepage der SAV. Die SAV agitiert nach eigenen Aussagen gegen die bürgerlich-parlamentarische Ordnung und die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland. Sie fordert in trotzkistischem Sinne die Herrschaft der Arbeiterklasse („Diktatur des Proletariats“).

    Also nicht nur GRÜNER Filz sondern auch LINKER (extremer) ????

  10. Also mal ehrlich, was ist daran verwerflich, wenn sich die Befürworter des Projektes den Verantwortlichen für s21 anschließen – sorry, da gibt es ein gemeinsames Ziel – und man unterstützt sich gegenseitig in der Argumentation. Und reden nicht die Gegner ständig mit Stocker (SÖS) und Wölfle, Kretschmann ud Özdemir (Grünen) und anderen (auch Unternehmern – Frau Oberpaur) die GEGEN das Projket sind?? Versuchen nicht die Grünen den angeblich bürgerlichen Protest der S21-Gegner für sich zu nutzen? Und steht hinter den Flyern, Werbemitteln, Jute Taschen etc. nicht Werbeagnetur rbw … ganz uneigennützig? Woher kommen denn die ganzen Werbemitteil? Und Hat der Parkschützer-Pressesprecher von Herrmann nicht auch eine Agentur die Greenpeace und andere Parkschutz-symphatisierende Vereine auf seiner Referenzliste stehen hat?

    Ich finde diese angebliche großartige Aufdeckung eines nicht vorhandenen Filzes nicht zielführend… spielen da Ängste mit, die Befürworter Lobby könnte zu groß und mächtig werden – mein Gott, jeder versucht doch so viele möglich auf SEINE Seite zu ziehen.

    Ach_ und eine Frage noch – die kann mir irgendwie kein Gegner beantworten: wer baut eigentlich K21 – die Bahn als INvestor fällt ja wohl weg, wenn S21 gekippt wird.

  11. Ich kann nur jedem raten, sich die Webseite der Initiative „Bürger für Stuttgart 21“ anzusehen. Deutlicher ist eigentlich keine bezahlte Einflußnahme sichtbar zu machen!

    Als „Nordlicht“ bin ich brokdorf-, krümmel- und gorlebengeschädigt. Ich mußte mich leider über Jahrzehnte mit der fragwürdigen Informationspolitik politischer und wirtschaftlicher Interessengruppen auseinandersetzen. Die Methoden erinnern mich stark an US-Filme über die Mafia. Mit entsprechendem Kapitaleinsatz lassen sich positive Medienauftritte organisieren, örtliche „Meinungsbildner“ kaufen, manipulierte Gutachten veröffentlichen, die regionale Bevölkerung durch finanzielle Wohltaten zu einem zustimmenden Verhalten beeinflussen. Wenn das alles nichts mehr hilft, kann man (auch wieder mit den vorher erwähnten Mitteln) die Kritiker kriminalisieren, als Chaoten abstempeln, als rein emotional handelnde Dummköpfe darstellen. Um ein radikales Vorgehen der Ordnungskräfte zu rechtfertigen kann man notfalls auch noch V-Leute des Verfassungsschutzes unter die Demonstranten mischen, die dann schon für richtig Randale sorgen werden.

    Gott sei Dank fruchten die herkömmlichen Mittel nicht mehr in der bewährten Form. Friedliche Demonstranten lassen sich nicht mehr von einigen wenigen Chaoten (schwarze Blöcke) instrumentalisieren, sie versuchen diese Gruppierungen zu isolieren und nicht mehr als Schutzschild zu fungieren. Inzwischen ist es sogar möglich an authentische Hintergrundinformationen zu gelangen um argumentativ reagieren zu können. Ein großer Vorteil der Demokratie: die Opposition kann von der Regierung die Herausgabe wesentlicher Informationen verlangen, auch wenn unter dem Deckmantel der Geheimhaltung das Eine oder Andere verschleiert werden kann.

  12. Ein sehenswerter Link auf eine Sendung beim NDR:
    Wie profitgierige und imagesüchtige Manager aus der Bürgerbahn
    eine „internationalen Logistikkonzern“ machen. Pech fürs Volk.
    http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama_die_reporter/panorama567.html

  13. @ Tim Mayer: So kurz wie es geht (fast) alles nüchtern gesagt, was gegen S21 spricht. Kann nicht oft genug wiederholt werden!
    Zu ergänzen noch um den Kostenpunkt bzw. Kosten-Leistungs-Verhältnis, das doch in unserer neoliberalen Zeit so wichtig ist – aber hier anscheinend keine Rolle spielt. Es ist ja auch nicht das Geld der Projektbetreiber.
    Und der Eindruck ist nicht von der Hand zu weisen, dass noch ganz andere Interessen dahinter stehen und Mappus, Schuster und Konsorten nur Hampelmänner in einem größeren Spiel sind. Jedenfalls wird die horrende Verschuldung die Abhängigkeit von Banken und Finanzhaien nicht gerade verkleinern. Oder ist das zuviel Verschwörungstheorie?

  14. Und von wem wurde die Initiative “Laufen für Stuttgart” nun gegründet ?

    http://stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2623533_0_1819_-stuttgart-21-befuerworter-laufen-fuer-projekt.html

    Bitte Bild 7/8 anschauen !!!

    Was fällt auf ?

    Der Button mit dem Hasen – dieser war vorher in Stuttgart nicht erhältlich und zu sehen, auch nicht im Turmforum und es hatte den Anschein dieser wäre von den Läufern selber gebastelt worden. Der Button wurde erst später beworben und war dann für die Allgemeinheit erhältlich.

    Komisch nur die Domain, die auf die Herzseite verlinkt

    http://www.parkerweiterer.de

    wurde am 24.08.2010 registriert auf:

    Bahnprojekt Stuttgart-Ulm e.V.

    Jägerstraße 2

    Vermutlich wollte man sich dieses Mal die Domain rechtzeitig sichern.

  15. Die Initiative „oben bleiben“ setzt sich für Stillstand ein. Mit ihr wird eine Modernisierung der Eisenbahn-Infrastruktur für viele Jahrzehnte verhindert.

    Die angebliche „Alternative“ K21 ist keine: Kosten unbekannt, Planfeststellung nicht vorhanden, sie bedeutet Lärm für die Einwohner im Neckartal und sie bedetet, dass vor dem Jahr 2060 immer noch die Schienenwege von 1850 benutzt werden müssen.

    „Oben bleiben“ setzt sich letztendlich für eine Museumsbahn ein, gegen die nur eines hilft: Mehr Auto fahren!

  16. Ich meinte nicht die Zugaben, bzw gegen Spenden bei K21 Demos, sondern bei ProS21 Veranstaltungen, die verkünden über facebook, dass es direkt Sachen geschenkt gibt.

  17. Hallo,
    in dem Impressum der Webseite von „Laufen für Stuttgart 21“ steht (neben einem (nichts)erklärenden Text zu dem folgenden Vorwurf) die Agentur „sitibi KOMMUNIKATION GmbH“ (siehe http://laufenfuerstuttgart.wordpress.com/impressumkontakt/).

    Wenn man auf der Webseite dieser Agentur (http://www.sitibi.de) unter Referenzen die Kunden anschaut anschaut, sieht man, dass zufälligerweise die Deutsche Bahn AG, Flughafen Stuttgart GmbH, Medienteam der Stadt Stuttgart, Stadt Stuttgart, Verband Region Stuttgart und Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau zu den Kunden gehören.

    Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

    Besten Gruß,
    Philipp

  18. @Hans:
    Diese „ZUgaben“ gibt es nicht kostenlos, sondern gegen eine spende. Die interessante frage beantwortet?

  19. Hm, also nichts für ungut, aber grundsätzlich soll das Projekt ja dem Bürger nahegebracht werden und deswegen ist es ja nicht verwerflich, das die oben Beschriebenen sich gemeinsam an einen Tisch setzen und gemeinsame Strategien überlegen, das Thema zu popularisieren. Es ist ja ein großes Projekt für alle Beteiligten. Aus DIESEM Treffen jetzt einen Klüngel (den es sicherlich gibt) abzuleiten, ist ja doch ein wenig weit hergeholt

  20. Die Zugaben werden über Spenden finanziert.
    An jedem Tisch wo man diese Dinge (Ballons, Aufkleber, Buttons) holen kann,
    stehen Spendenkässchen – die sogar beachtet werden!

    Weiter so – OBEN BLEIBEN

  21. Ich würde vermuten, die werden aus den zahlreich eingehenden Spenden finanziert, weil die Menschen, die in Stuttgart auf die Straße gehen, für alle Bürger stellertretend auf die Straße gehen und für mehr Partizipation streiten. Ihnen gilt mein höchster Respekt, diesen Protest auf die Beine gestellt zu haben.

    Ich wünsche den Menschen viel Erfolg und Durchhaltevermögen.

  22. Kann die JU noch nicht mal den Namen des Innenministers richtig schreiben?

    Interessant ist auch die Frage, wer finanziert die ganzen Zugaben die es bei den Veranstaltungen kostenlos gibt, z. B. Wasser und Buttons.

  23. Am Samstag um 15 Uhr werden über 130.000 friedliche Menschen zur Demo erwartet. Ich (seit vielen Jahren CDU-Wähler) und die allermeisten anderen sind vor allem deshalb gegen S21, weil der neu geplante Tiefbahnhof nicht notwendig, zu kompliziert, zu unflexibel und schlussendlich viel zu teuer ist. Wir alle sind für die Zukunft und für etwas modernes und funktionierendes – und deshalb für einen attraktiven Kopfbahnhof!

    Auch wenn es einen Baustopp gibt, ist das für uns kein Grund für die Menschen nicht mehr zu demonstrieren. Denn uns allen geht es um die Beibehaltung des Kopfbahnhofes! Gerne können die Herren miteinander reden und etwas versuchen die heiße Luft raus zu nehmen – und dann will ich als Bürger jetzt aber endlich auch einmal alle Fakten und Wahrheiten auf dem Tisch sehen. Denn das erwarte ich von den Gesprächen und nichts anderes. Alle Argumente sprechen klar gegen S21. Worte wie „modern“, „schnell“, „schafft Arbeitsplätze“ sind nur Floskeln.

    Der bisherige Kopfbahnhof ist der pünktlichste in ganz Deutschland – und u.a. Vorbild für den Bahnhof in Zürich was Gleis- und Trassenführung angeht. Der integrale Taktfahrplan ist hier optimal anwendbar. Züge können aufeinander warten, für fast 90% der Bahnfahrer beginnt oder endet die Reise hier oder man steigt auf Regionalverkehr um. In den Hauptbahnhof kommen Züge aus 10 Richtungen – nur von Mannheim nach Ulm kann man bei S21 sitzen bleiben, Zugfahrer aus Heidelberg, Karlsruhe, Rottweil, Tübingen, Göppingen, Aalen, Schwäbisch Hall und Heilbronn müssen in Stuttgart aus- oder umsteigen. Hierfür ist der Tiefbahnhof zu klein, mit zu schmalen Bahnsteigen und mit zu kurzen Haltezeiten der Züge vorgesehen. Engpässe sind vorprogrammiert.

    Wir alle möchten einen hellen, modernen, flexiblen Bahnhof, der funktioniert und Probleme mit den Zügen abpuffern kann!

    Es gibt beim bisherigen Bahnhof bislang keinerlei Probleme für die eine neue Lösung (wie S21) gesucht werden müsste. Es gibt keinen einzigen Grund S21 zu bauen. Der ehemalige Stuttgarter Bahnhofschef berichtet, dass vor 10 Jahren die Züge dank besserer Gleisanlagen noch 15 Minuten schneller in Ulm waren. Jetzt will man eine Trasse bauen, um 20 Minuten schneller da zu sein …
    Aber dennoch hat S21 nichts mit der neuen Schnellbahntrasse zu tun. Die kann natürlich gerne auch gebaut werden – und funktioniert aber selbstverständlich auch mit dem bestehenden Kopfbahnhof. Auch hier und beim Ausbau des Kopfbahnhofes werden Arbeitsplätze geschaffen. Auch ich will einen modernen Bahnhof – aber eben einen variable und kostengünstigere Lösung, den Kopfbahnhof.

    Wieso halbiert man die für einen Tunnelbau gesetzlich vorgeschriebenen Tunnelwandstärken auf Kosten der Sicherheit? Wieso bekommt man Ausnahmegenehmigungen für Notausgänge nur alle 1000 Meter – statt wie vorgeschrieben (EU-Richtlinie) mindestens alle 500 Meter? Wieso können keine Güterzüge durch S21 mehr fahren wegen der zu hohen Steigung? Wieso ist der neue geplante Bahnhof auf den Fildern 250 (!) Meter vom Flughafen entfernt? Wieso ist die neue Trasse nach Ulm noch nicht komplett planfestgestellt? Warum wurden die ersten Bäume nachts gefällt und nicht ganz normal tagsüber? Wie soll das gehen 5000 neue Bäume zu pflanzen – so viele passen gar nicht auf die frei werdenden Flächen (um dieselbe Sauerstoffmenge zu bekommen, welche die insgesamt 300 Bäume produzieren, die gefällt werden sollen, müsste man laut Biologen ca. 30.000 neue Bäume pflanzen)! Warum sind beim S21-Konzept 10 niveaugleiche Weichen rings um Stuttgart vorgesehen – also keine Brücken oder Tunnels, sondern Schienen auf einer Ebene, welche die Züge überqueren und somit einander vorbei lassen müssen – mit entsprechenden Stopps und Wartezeiten? Wieso bleibt kein Geld mehr für den Regional- und Nahverkehr übrig? Wieso müssen auf S21-Abschnitten sich Züge mit den S-Bahnen dieselben Gleise und Tunnels (Zuckelverkehr statt Fortschritt und Schnelligkeit) teilen? Weshalb sind keine Hochleitungen für den Bahnhof S21 geplant (der Tunnel und der Bahnhof sind dafür zu eng) – sondern ein sogenanntes Funksystem über die Schiene? Man weiß anscheinend nicht, dass es bislang in Deutschland keinen einzigen Zug mit diesem Funksystem (Nachrüstkosten pro Zug: 300.000 Euro) gibt! Ist jedem bekannt, dass nicht nur in Stuttgart-City sondern auch in Feuerbach, Degerloch und Untertürkheim usw. Tunnel gebaut und 10-12 Jahre lang Lastwagen fahren werden? Wieso gibt es bislang keine komplette Transparenz der Gutachten? Wieso stieg der an der Planung beteiligte Architekt Frei Otto nach Bekanntwerden aller aktuellen Fakten vom Projekt aus mit dem Hinweis: „Wenn ich das alles früher gewusst hätte, was sich jetzt alles als schlecht und als unwahr herausstellt …!“

    S21 ist eben keine (!) Riesenchance für die städtische Entwicklung – sondern ein Rückschritt aus oben genannten Gründen. Fortschritt: ja – aber nicht so grottenmäßig schlecht!

    Deshalb: OBEN BLEIBEN!

    Darum werden alle weiter friedlich demonstrieren – denn erst jetzt in den letzten Wochen und Monaten kommt alles so langsam ans Licht, werden die wirklichen Inhalte aufgedeckt. Alle Demonstranten gegen S21 sind für einen modernen und zukunftsfähigen Bahnhof – in dem man sich wohl fühlt, der attraktiv und sicher ist und der genügend Puffer für Wartezeiten zulässt. Für eine sinnvolle, intelligente und sichere Lösung, für Arbeitsplätze, für optimale Verbindungen und die Zukunft unserer Landeshauptstadt.

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