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Sponsoringbericht veröffentlicht

Das Bundesinnenministerium hat gestern den zweiten Zweijahresbericht über „Sponsoringleistungen an die Bundesverwaltung“ veröffentlicht – nachdem dieser bereits in den Medien aufgetaucht war.

Nach dem Bericht bekamen Bundesregierung und Bundesbehörden in den Jahre 2005 und 2006 insgesamt Sponsoring-Gelder in Höhe von gut 80 Mio. Euro. Knapp 50 Mio. Euro gingen allein an das Gesundheitsministerium, wobei knapp 30 Mio. Euro auf die kostenlose Bereitstellung von Plakatflächen für AIDS-Aufklärung entfallen (als Sachleistung des Fachverbands Außenwerbung, also ohne dass Geld geflossen ist). Außerdem spendeten der Verband der Cigarettenindustrie und Tabakkonzerne 5,1 Mio. Euro für „Präventionsmaßnahmen zum Nichtrauchen von Kindern und Jugendlichen“ (vermutlich um sich vor weitergehenden politischen Eingriffen zu schützen).

Der Bericht zeigt, dass das Sponsoring immer wieder zur Landschaftspflege eingesetzt wird, z.B. wenn Rüstungsfirmen wie Kraus-Maffei Wegmann oder Diehl BGT Defence den „Ball des Heeres“ bzw. den „Ball der Lufwaffe“ sponsern. Oder das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik (benannt nach einem der SAP-Gründer) den IT-Gipfel der Bundesregierung. Oder den Pharmafirmen das Symposium Reise- und Impfmedizin im Auswärtigen Amt. Es lohnt sich, den Bericht zu durchstöbern…

Wir sehen diese Praxis als äußerst kritisch an – dazu sei nochmal auf einen Beitrag von Anfang Juli verwiesen. Weitere Infos u.a. bei der Welt oder dem Handelsblatt.

Ulrich Müller

Autor: Ulrich Müller

Mitgründer von LobbyControl, seit 2016 Schwerpunkt Recherche und Analyse.