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Die Worst EU Lobby Awards 2006

Zum zweiten Mal werden 2006 die „Worst EU Lobbying Awards“ verliehen, ein Negativpreis für besonders irreführende und anti-demokratische Lobby-Praktiken in der EU.

Jetzt stehen die Gewinner in beiden Kategorien fest: Klare Gewinner sind der Ölkonzern ExxonMobil und die Generaldirektion Binnenmarkt.. Exxon Mobil siegte in der Kategorie „Worst EU Lobbying“ mit knapp fünfzig Prozent der abgegeben Stimmen. Der Ölkonzern wurde damit für sein beharrliches Bemühen ausgezeichnet, eine sinnvolle und faire öffentliche und auch politische Debatte zum Klimaschutz, im Sinne eigener Geschäftsinteressen zu verhindern.

In der Kategorie „Worst Privileged Access“ errang die Generaldirektion Binnenmarkt den ersten Platz für ein besonders offenes Ohr für LobbyistInnen. Die Manipulation des Anhörungsprozesses zur EU-Patentpolitik durch erfolgreiche Marginalisierung kritischer Vertreter kleiner und mittelständischer Unternehmen zu Gunsten eines eigenen umstrittenen Vorschlags wurde damit von den TeilnehmerInnen der Abstimmung entsprechend honoriert.

Die Plätze zwei und drei
Platz zwei und drei gingen in dieser Kategorie an den EU-Handelskommissar Peter Mandelson für sein besonders enges Verhältnis zu Wirtschaftslobbyisten wie dem European Services Forum sowie an EU-Industriekommissar Günter Verheugen für die Einrichtung sogenannter Expertengruppen, deren fachliche Eignung scheinbar vor allem in der Berücksichtigung der Interessen von Großunternehmen liegt.

In der Kategorie Worst EU Lobbying landete die PR-Agentur Weber Shandwick auf dem zweiten Platz hinter ExxonMobil. Unter dem Vorwand, die Zugangsmöglichkeiten für Krebs-Betreuung zu verbessern, vertreten sie die Interessen des Pharma-Konzerns Roche. Platz drei errang die Organisation CEFIC (European Chemical Industry Council) sowohl wie für ihr aggressives und irreführendes Lobbying gegen das neue EU-Chemikalienrecht REACH als auch für die Verhinderung von Klagemöglichkeiten von Umweltorganisationen in der Umsetzung der Aarhus-Konvention.

Beteiligung an der Online-Abstimmung
Die Online-Abstimmung erfreute sich reger Beteiligung, mehr als 9400 Menschen gaben ihr Votum ab. Dies unterstreicht das große öffentliche Interesse an der Thematik und die Besorgnis vieler Menschen über die zweifelhaften Praktiken, die im Rahmen von Lobbyarbeit gang und gebe sind. Herzlichen Dank an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer!

Wenn Sie alle Nominierungen in Ruhe durchlesen wollen, können Sie die Texte hier komplett als pdf herunterladen.

Weitere Informationen zum Lobbyismus in Brüssel finden Sie im „Lobby Planet Brüssel„, unserem lobbykritischen Stadtführer durch Brüssel.