Anlass ist die Preisverleihung von Axel Springer am 24. September in Berlin. Axel Springer würdigt Thiel als Unternehmer, Investor und Vordenker und lobt das vom Tech-Milliardär mitgegründete Unternehmen Palantir als „für die Resilienz von Demokratien wichtigstes Unternehmen unserer Zeit“. LobbyControl kritisiert sowohl die Ehrung als auch den Preis selbst.
Kathrin Anhold, LobbyControl:
„Es ist absurd, Peter Thiel auszuzeichnen und im gleichen Atemzug einen Beitrag zu resilienten Demokratien zu nennen. Peter Thiel steht wie kaum ein anderer Tech-Milliardär für die Verbindung aus extremem Reichtum, politischem Einfluss und einer demokratiefeindlichen Ideologie. Palantirs datengetriebene Technologie wirft zudem gravierende Fragen zu Grundrechten, Überwachung und demokratischer Kontrolle auf.“
Doch auch Events wie der Axel Springer Award an sich seien problematisch, so Anhold weiter:
„Wir wollen zeigen, dass das keine neutrale Würdigung ist – sondern Einflussnahme auf die öffentliche Debatte, denn Axel Springer verleiht Peter Thiel mit diesem Preis Legitimität und mediale Reichweite. Dass hier autoritäre Tech-Ideologie aufgewertet wird, wollen wir nicht so stehen lassen. Unsere Aktion setzt dem etwas entgegen.“
Zu den Verflechtungen von Mathias Döpfner sagt Anhold:
„An wen der Axel Springer Award geht, entscheidet der Vorstandschef Mathias Döpfner maßgeblich mit – in den letzten Jahren waren es auffällig viele Tech-Milliardäre. Sowohl geschäftlich als auch privat gibt es Verflechtungen. Die Preisverleihungen sowie andere exklusive Events des Medienkonzerns dienen der Netzwerkpflege und sind gleichzeitig Lobbyforen, die Axel Springer mit der Präsenz von Politiker*innen vermarktet.“
Hintergrund
- Hintergrund zu Netzwerken Mathias Döpfners und der Rolle von Axel
- Urkunde zum Download für Nutzer*innen
- Die Ankündigung der Preisvergabe
