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Bilderberg Konferenz in Dresden: ein internationales Lobbytreffen

Drei Tage lang treffen sich in Dresden Wirtschaftsbosse und Spitzenpolitiker aus Europa und Nordamerika auf der diesjährigen Bilderberg Konferenz. Das jährliche Treffen findet schon seit den 1950er Jahren statt und wird privat organisiert und finanziert. Was genau auf den Treffen besprochen wird, dringt nicht nach außen. Allein die Teilnehmerliste und eine grobe Themenliste sind öffentlich. Konferenzen wie Bilderberg dienen dazu, bestehende Elitennetzwerke zu stärken und insbesondere aufstrebende Politiker stärker in diese einzubinden. Sie verfestigen so bestehende Macht- und Einflussstrukturen. Politikerinnen und Politiker sollten Abstand von solchen vordemokratischen Treffen nehmen.

Zahlreiche deutsche Gäste

Dresden_-_Semperoper_-_2013

In der Dresdner Altstadt findet die diesjährige Bilderberg-Konferenz statt.

Auf den Bilderberg-Konferenzen treffen Wirtschaftsbosse und Strategen auf einige handverlesene Politiker und Journalisten. Zu den 130 Gästen zählen auch viele Deutsche. Dazu gehören BDI-Präsident Ulrich Grillo, der Münchner Wirtschaftsprofessor und frühere Leiter des ifo-Insituts Hans-Werner Sinn sowie neun Unternehmenschefs, darunter Paul Achleitner (Deutsche Bank), Thomas Enders (Airbus), Joe Kaeser (Siemens) und mit Mathias Döpfner (Axel Springer), Julia Jäker (Gruner&Jahr) auch zwei Vertreter/innen der deutschen Medienlandschaft. Von Seiten der Politik sind mit Wolfgang Schäuble, Ursula von der Leyen, Thomas de Maizière und Stanislaw Tillich gleich vier Spitzenpolitiker anwesend. Angela Merkel hat ihre Einladung offenbar ebenso wie Sigmar Gabriel, Frank-Walter Steinmeier und Kanzleramtschef Peter Altmaier nicht angenommen. Besprochen werden zumeist außen- und sicherheitspolitische Fragen.

Ein informelles und intransparentes Treffen

Die Bilderberg-Konferenzen haben ihren Ursprung im Kalten Krieg – sie dienten dazu, wirtschaftliche und politische Eliten auf beiden Seiten des Atlantiks zu versammeln und so Europa und die USA stärker zusammenzuführen. Die Bilderberg-Konferenzen sind informelle Zusammenkünfte, die wegen ihrer  Intransparenz und der hochrangigen Besetzung inzwischen zu einem Symbol dafür geworden sind, wie demokratische Politik nicht laufen sollte: intransparent, informell, elitär. Die Treffen unterliegen der sogenannten Chatham House Rule. Diese Verhaltensregel besagt, dass über die besprochenen Themen zwar berichtet werden darf. Meinungen, Aussagen oder Thesen dürfen einzelnen Teilnehmern aber nicht zugeordnet werden.

Einladungen mit Hintergedanken

Jahrelang wurde über die Bilderberg-Konferenz trotz ihrer hochrangigen Besetzung kaum berichtet, was zahlreichen Verschwörungstheorien den Boden bereitete. Trotz aller Kritik: Bilderberg hat nichts gemein mit einer etwaigen Weltregierung. Die Treffen sollten nicht überbewertet, aber auch nicht verharmlost werden. Es ist durchaus problematisch, wenn sich Spitzenpolitikern an informellen und intransparenten Elitentreffen beteiligen, um weltpolitische Fragen zu diskutieren. Die Unternehmenschefs werden nicht ohne Hintergedanken zu aufwändigen Treffen wie Bilderberg einladen – sie erhoffen sich offene Ohren für ihre politischen Anliegen. Die Interessen anderer gesellschaftlicher Gruppen bleiben dabei unberücksichtigt. Das hat mit Demokratie wenig zu tun.

Mehr Informationen:

Foto: Von Avda – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=27620111

Christina Deckwirth

Autor: Christina Deckwirth

Dr. Christina Deckwirth, Politikwissenschaftlerin, geb. 1978, vertritt LobbyControl in unserem Berliner Büro gegenüber Politik und Medien.

10 Kommentare

  1. Avatar

    Eine maßgebliche Erfahrung in meinem Leben lautet : Die Verbrechen der Machthaber dieser Welt sind viel Schlimmer als der „normale“, human denkende Mensch es sich auch nur im entferntesten vorstellen kann. Und sie werden niemals wirklich dafür bezahlen müssen, das wäre das erste mal in der Weltgeschichte.

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    Zwar schon im Jahre 1977 herausgegeben, aber immer noch aktuell ist das Buch „Hotel Bilderberg“ von Bernt Engelmann, roro Taschenbuch

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    Folgendes Zitat wird Friedrich Wilhelm I. von Brandenburg zugeschrieben ( 1620-1688 ):

    „Es ist dem Untertanen untersagt, den Masstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.“

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    Wenn Deutsche Bundesregierungen und der E U – Wasserkopf in Brüssel, Straßburg u. Luxemburg so weiter machen wie bisher, –
    werden die aufgeblähten Schuppen bald zusammen brechen.
    Anzeichen hierfür sind seit langem unverkennbar.
    Die Bürger spüren u. wissen es schon lange. O.a. ignorieren od. machen einfach blind u.
    taub weiter., sie haben aus der Geschichte nichts gelernt od. es fehlt ihnen das Wissen.
    Früher od. später werden sie mit „Schimpf u. Schand“ verjagt. Das war schon immer so !

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    Man muß sich die Frage stellen, ob diese Vereinigung nicht eine kriminelle Organisation ist, gegen die die Mafia ein Kindergarten ist.

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    Ich wünsche eine Aussage, welche „Bilderberger“ für die exorbitanten Sicherheitsvorkehrungen bezahlen? Warum sollte ich als Dresdner Polizeieinsätze finanzieren, wenn ich nicht informiert werde, was da überhaupt läuft?

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    „Politikerinnen und Politiker sollten Abstand von solchen vordemokratischen Treffen nehmen.“

    Der fromme Wunsch sollte wohl ein Witz sein?

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    „Bilderberg hat nichts gemein mit einer etwaigen Weltregierung.“
    Diese Behauptung steht hier genauso unbewiesen im Raum, wie die gegenteilige Aussage.

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      Nehmen Sie etwa daran teil?
      Wer regiert denn in der Welt? Doch nicht die Regierungen!

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      Die nachfolgende Aussage sollte man fließen lassen:

      >>> David Rockefeller gestand in seiner eigenen Biographie: „Einige glauben sogar, wir seien Teil einer geheimen Verschwörung, […] und werfen uns vor, wir konspirierten mit anderen auf der ganzen Welt, um eine neue ganzheitliche globale politische und wirtschaftliche Struktur aufzubauen – eine neue Welt, wenn Sie so wollen. Wenn das die Anklage ist, bekenne ich mich gern schuldig und ich bin stolz darauf.“