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Ederers neue Märchen

Heute um 21 Uhr läuft in der ARD der zweite Teil von Günter Ederers Zweiteiler “Das Märchen vom gerechten Staat”. Bereits 2003 sendete die ARD eine dreiteilige Reihe Ederers über “Märchen” in der Sozialpolitik: “Das Märchen von der gerechten Steuer”, “Das Märchen von der sicheren Rente” und “Das Märchen vom blühenden Arbeitsmarkt” – damals finanziell tatkräftig unterstützt von der Arbeitgeber-Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).

INSM-Geschäftsführer Dieter Rath bezeichnete damals in einem kritischen Artikel von epd medien über diese Form des “Drittmittelfernsehens” Günter Ederer als “Mann, der uns aus dem Herzen spricht”. Durch den Kauf der Videorechte ermöglichte die INSM damals die Ausstrahlung von drei statt nur zwei Folgen von Ederers Märchen – und damit eine umfassendere Berichterstattung im eigenen Sinne. Verantwortlich war damals der Hessische Rundfunk.

Ederers neues “Märchen” ist es eine Kooperation von HR und SWR. Nach deren Aussagen hat sich die INSM diesmal nicht finanziell beteiligt. “Aus dem Herzen” dürfte ihr Ederer trotzdem gesprochen haben. Zumindest kamen im ersten Teil viele Leute zu Wort, die zu den UnterstützerInnen der INSM gehören oder gehörten, wie Paul Kirchhof, Friedrich Merz (CDU) oder Christine Scheel (Grüne). Auch die Stiftung Marktwirtschaft fand ihren Platz.

Autor: Ulrich Müller

Mitgründer von LobbyControl, seit 2016 Schwerpunkt Recherche und Analyse.

5 Kommentare

  1. Hallo albatrox,

    der Artikel des evangelischen Pressediensts bezieht sich auf bezieht sich auf den von der INSM gesponsorten Dreiteiler von 2003 – nicht auf das aktuelle “Märchen”. Die damaligen Sendetermine sind weiter unten in dem Artikel aufgelistet (mit den Zuschauerzahlen).

  2. Es ist im ev. Pressedienst vom »Dreiteiler« die Rede. Weiß einer, wann und wo der dritte Teil kommt?
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    Wann kommt endlich die Demokratiereform nach Art.137GG

  3. Was so ziemlich alle Diskussionen so unbefriedigend macht, ist, daß die Beteiligten teils Klagen aufhäufen, teils auch gut recherchieren und beschreiben, um den Eindruck zu erwecken, man könne etwas dagegen tun und just hier endet dann immer der Faden.

    Wie denn? Wo denn? Was denn?

    Globalisierungsgegner sagen nicht, ob sie stattdessen Nationalisierungstendenzen befürworten, Warm- und Eiszeitpropheten behaupten zwar, »man« könne dem weltweit wachsenden Abgas- und Abwärmeausstoß begegnen und ihr Aktionismus läßt dann schnell erkennen, daß sie – solange Bevölkerung wächst und die Ärmsten nach berechtigter Wohlstandsangleichung streben -, sie ein stetiges, exponentielles Wachstum allenfalls im Promillebereich zu hemmen imstande wären, wenn überhaupt …

    Das und vieles mehr hat immer dasselbe Schema. Und auch Günter Ederer beklagt und beschreibt zwar treffend die unsägliche Bakschisch- und Subventionszene, bleibt uns aber die Antwort schuldig auf die Frage, die sich sofort aufdrängt: Wie kann man demokratischer Weise deren außer Kontrolle geratene Protagonisten aufhalten?

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    Wann kommt endlich die Demokratiereform nach Art.137GG

  4. Nach nochmaliger Sichtung von Teil 1 kann ich noch einen weiteren INSM-Spezi hinzufügen. Es wurde ein nicht umgesetztes Steuerkonzept des Hamburger Senators Gunnar Uldall erwähnt.

    Gruß
    Martin Betzwieser
    Frankfurt am Main

  5. Das Problem bei Ederer wie bei vielen Mietmäulern des INSM ist ja, das sie im Grunde immer nicht ganz verkehrt liegen. So auch in der gestrigen Subventionssendung.

    Was Ederer natürlich verschweigt, ist das die ganze INSM nur auf Subvention basiert, da sie die Kosten für sich selbst als Ausgaben von der Steuer abzieht. Was er auch nicht sagt, ist das er letztendlich dafür kämpft die Subventionen des kleinen Mannes wegzunehmen und dafür dem Großkapital noch weitere zu geben.

    Ich wäre sofort für einen totalen Subventionsabbau. Fangen wir bei denen an die nicht in den sozialen Bereich gehören. Jeden Monat drei Subventionen auf Null stellen.

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