Kurzmeldung

Macht der Wirtschaft – Ohnmacht der BürgerInnen

Nach einer aktuellen Umfrage des Stern sind die meisten Deutschen davon überzeugt, dass vor allem die Vertreter der Wirtschaft das Sagen haben.

von 11. Mai 2005

Die Zahlen (Mehrfachnennungen möglich):

Wer hat in Deutschland das Sagen?
- die Wirtschaft: 76%
- die Politik: 53 %
- die Gewerkschaften: 37%
- die Bürger: 8%

Wenn man Demokratie wirklich als Herrschaft des Volkes versteht, ist das ein vernichtendes Ergebnis - und eine dringende Aufforderung, sich intensiver mit den gesellschaftlichen Machtstrukturen auseinanderzusetzen.

Leider unterbleibt das in dem Stern-Artikel. Stattdessen darf Forsa-Chef Güllner seine Skepsis gegenüber Volksentscheiden ausbreiten - mit dem Argument, dass bei Direktwahlen von Bürgermeistern die Wahlbeteiligung auch gering sei. Ist das ein überzeugendes Argument? Bei Direktwahlen haben die BürgerInnen normalerweise nur die Wahl zwischen verschiedenen KandidatInnen, die von Parteien ohne ihre Mitwirkung aufgestellt wurden. Welche Politik diese Personen später tatsächlich betreiben, bleibt vage. Demgegenüber würde ein Volksentscheid über Sachfragen direkte Mitbestimmungsmöglichkeiten eröffnen.

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3 Kommentare

marlowe11. Mai 2005 um 15:50

In manchen Fragen wären Plebiszite auch tatsächlich die einzige Möglichkeit, überhaupt den Hauch eines Einflusses geltend zu machen, da es Fragen gibt, in denen alle etablierten Parteien einer Meinung sind. Und das bei Fragen, in denen tatsächlich mehr als eine Meinung gut begründbar wäre.

Mit dem Thema „Macht der Wirtschaft“ befasst sich auch mittelbar mein gestriger Blog-Beitrag über das diesjährige Bilderberg-Treffen, das letzte Woche stattfand: http://www.20six.de/marlowe/archive/2005/05/10/hjro4qzj598.htm

Bürgerinitiative Omega20. Mai 2005 um 10:34

Ein Link zum Thema:

Kritische Wissenschaftler, die sich gegen die Interessen einer mächtigen Lobby äußern, werden häufig diffamiert
http://omega.twoday.net/stories/704687/

Wallner Hans-Titus21. April 2008 um 22:25

21.04.2008
Unsere (auch meine) kritischen Impulse gegen die zunehmende Macht der Wirtschaft führt uns auch vor Augen, wie sehr wir von den äußeren uns umgebenden Bedingungen (nämlich den Bedingungen, die durch den Einfluß der Wirtschaft auf die demokratisch legitimierten Volksvertreter geschaffen werden) abhängig sind. Entwickeln wir doch mal auch die Lust, zwischen Scylla und Charybdis durch zu segeln. Vielleicht stärkt das unsere Lebenskraft und Eigenständigkeit.