Aus der Lobbywelt

dpa gesteht Fehler bei INSM-Foto ein

Am Freitag meldete sich ein dpa-Mitarbeiter telefonisch bei Udo Ehrich und erklärte, wieso dpa ein Foto einer Aktion der Arbeitgeber-Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) mit irreführendem Begleittext verschickt hat (siehe Vorgeschichte Teil 1 und Teil 2). Der Begleittext sei von dem Fotografen verfasst worden. Er sei zwar noch mal durch die Redaktion gegangen, dort sei […]
von 29. Mai 2006

Am Freitag meldete sich ein dpa-Mitarbeiter telefonisch bei Udo Ehrich und erklärte, wieso dpa ein Foto einer Aktion der Arbeitgeber-Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) mit irreführendem Begleittext verschickt hat (siehe Vorgeschichte Teil 1 und Teil 2). Der Begleittext sei von dem Fotografen verfasst worden. Er sei zwar noch mal durch die Redaktion gegangen, dort sei aber niemanden aufgefallen, dass es eine INSM-Aktion war. Der INSM-Hintergrund hätte eigentlich genannt werden müssen. Es sei ein Fehler gewesen, aber keine Absicht.

Nach diesen Aussagen fand die Verzerrung also am Anfang der Kette beim Fotografen statt. Allerdings hat sich offensichtlich weder bei dpa noch bei der Süddeutschen Zeitung oder der Frankfurter Rundschau irgendjemand gefragt, wer denn die im Begleittext nur als „junge Leute“ bezeichneten Demonstranten tatsächlich waren und wer die Aktion organisiert hat.

Immerhin hat dpa den Fehler nun eingestanden. Zugleich versuchte der dpa-Mitarbeiter laut Udo Ehrich, den Versand des Fotos mit dem irreführenden Begleittext als Unfall abzutun. Es sei verwunderlich, dass das Foto überhaupt so häufig in den Medien aufgetaucht sei. Er wolle aber den Fotografen darauf hinweisen, damit sich ein solcher Vorfall nicht wiederhole.

Auf jeden Fall ist es positiv, dass dpa Stellung beziehen musste (wenn auch nur telefonisch). Es bleibt abzuwarten, dass die redaktionsinterne Sensibilität bei vergleichbaren Fällen in Zukunft tatsächlich höher ist. Im Zweifelsfall lohnt es sich weiterhin genauer hinzusehen und bei Medien und Nachrichtenagenturen nachzuhaken. Wir werden das auf jeden Fall tun und freuen uns über „sachdienlich Hinweise“ – und engagierte Leser wie Udo Ehrich, der diese Geschichte weiter getrieben hat. Danke.

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