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Drei für Einen: LobbyControl wählt neuen Vorstand Mitgliederversammlung: Lea Hartung, Leonce Röth und Arne Semsrott als neue Vorstände gewählt / Dieter Plehwe verabschiedet sich

Neuer Vorstand: Lea Hartung, Arne Semsrott, Heike Dierbach und Leonce Röth (v.l.n.r.). Foto: J. Huber/ LobbyControl

Es begann an einem Küchentisch. Vor 13 Jahren gründeten Heidi Bank, Ulrich Müller, Thomas Dürmeier und Dieter Plehwe gemeinsam LobbyControl. Um dem starken, oft verdeckten Einfluss von Unternehmen, Verbänden und anderen Akteuren etwas entgegenzusetzen. Mit Protesten, Recherchen und Aufklärungsarbeit.

Mitgliederversammlung am 12. Oktober 2018 mit Dieter Plehwe in Berlin. Foto: J. Huber

Nun ist dieses Anfangskapitel von LobbyControl auch formal beendet: Nachdem Ulrich Müller und Thomas Dürmeier bereits als ehrenamtlicher Vorstand ausgeschieden sind, haben sich auf der Mitgliederversammlung am 13. Oktober mit Heidi Bank und Dieter Plehwe nun auch die anderen beiden Gründungsmitglieder als Vorstände verabschiedet (hier finden Sie ein “Abschieds”-Interview mit Dieter Plehwe).

Heidi Bank bleibt LobbyControl als Geschäftsführerin erhalten, Dieter Plehwe als engagiertes Mitglied.

Als neuen Vorstand haben die LobbyControl-Mitglieder Lea Hartung, Leonce Röth und Arne Semsrott gewählt, die nun zusammen mit Heike Dierbach den LobbyControl-Vorstand bilden.

Lea Hartung war LobbyControl bereits seit Jahren als Mitglied verbunden. „LobbyControl ist eine tolle Organisation“, sagt sie. „Mir gefällt die Mischung aus unbestechlicher Seriösität und Aktivismus.“ Als Vorstand will sie nun helfen, die LobbyControl-Themen stärker „zu popularisieren“ und an die Basis zu tragen. „Als Wissenschaftlerin habe ich mich viel mit der Frage beschäftigt, was Gesellschaften spaltet. Als Aktivistin interessiert mich nun, was Gesellschaft zusammenhält.“ Ein Ansatz, der gut zu ihrer aktuellen Arbeit passt. Seit Anfang 2018 leitet die gebürtige Wolfsburgerin die Community-Projekte in der Zentral- und Landesbibliothek Berlin, welche die Bibliothek zu einer Plattform der Stadtgesellschaft machen sollen. Zuvor war sie Geschäftsführerin des ADFC Brandenburg. Lea Hartung hat Europäische Medienkultur in Weimar und Lyon studiert und über „Die Entstehung der neoliberalen Regierungsrationalität am Beispiel der Mont Pèlerin Society“ promoviert.

Auch Arne Semsrott ist LobbyControl seit Jahren eng verbunden, hat unter anderem als Tourguide rund 50 Lobby-Stadtführungen durchs Berliner Lobbyviertel geleitet. „Ich freue mich sehr auf die Aufgabe“, sagt er. Als Vorstand möchte er seine umfangreichen Erfahrungen mit Informationsfreiheit und Transparenz einbringen – und kann sich gut vorstellen, dass LobbyControl Klagen zum Beispiel gegen Behörden anstrengt, um Informationen zu Lobbykontakten zu erhalten.

Arne Semsrott arbeitet bei der Open Knowledge Foundation als Projektleiter des Portals FragDenStaat.de, schreibt als freier Journalist regelmäßig für Le Monde Diplomatique und netzpolitik.org und ist im Beirat des Whistleblower-Netzwerks. Zuvor hat der gebürtige Hamburger fünf Jahre lang im Führungskreis von Transparency International das Projekt Hochschulwatch geleitet. Für dieses Projekt und und FragDenStaat erhielt er 2015 und 2016 den Otto-Brenner-Preis für kritischen Journalismus in der Kategorie Medienprojekt.

Leonce Röth wünscht sich, dass LobbyControl seine Kernkompetenz beibehält, gleichzeitig aber auch den Einfluss sozialer Medien auf politische Prozesse stärker in den Blick nimmt. „Milliardäre treiben über rechtspopulistische Parteien ihre eigene Agenda voran und soziale Medien haben einen starken Einfluss auf politische Prozesse. Ich würde gerne dazu beitragen, das stärker in den Blick zu nehmen.“

Leonce Röth hat an der Universität Köln promoviert und arbeitet derzeit am Cologne Center for Comparative Politics. Forschungsschwerpunkte sind die Auswirkungen des Marktliberalismus, Ursachen und Folgen politischer Dezentralisierung sowie Wirtschafts- und Sozialpolitik. Studiert hat Leonce Röth Philosophie, Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre in Berlin, Bielefeld und Köln.

Ein Kommentar

  1. Das gefällt mir: „Als Wissenschaftlerin habe ich mich viel mit der Frage beschäftigt, was Gesellschaften spaltet. Als Aktivistin interessiert mich nun, was Gesellschaft zusammenhält.“

    Viel Erfolg für Euch in unserem Sinne – im Sinne derer, die zur Zeit noch “im Schatten” sind. Wir müssen alle Register ziehen!

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