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Studie der Otto Brenner Stiftung: Verdeckte PR in Wikipedia

Die Otto Brenner Stiftung hat eine interessante Studie über verdeckte PR in der Wikipedia veröffentlicht. In der Studie geht es zum einen um allgemeine Möglichkeiten zur Beeinflussung und Manipulation der Öffentlichkeit durch Wikipedia. Zum anderen werden große Unternehmen wie RWE oder Daimler als Fallbeispiele für PR-Maßnahmen in Wikipedia herangezogen. Außerdem werden einzelne Autoren beleuchtet, die dadurch aufgefallen sind, dass sie kritische Betrachtungen von Einzelpersonen oder Unternehmen überarbeitet haben. Die Studie sensibilisiert damit für das Problem der verdecken Einflussnahme, die als solche nur schwer zu identifizieren ist.

Die Studie Verdeckte „PR in Wikipedia – das Weltwissen im Visier von Unternehmen“ könne Sie als PDF herunterladen oder bei ISSUU online lesen:

12 Kommentare

  1. Auszug aus dem Bericht vom 16.12.2016 im Deutschlandfunk:

    „Streit bei Online-Enzyklopädie
    „Das Wikipedia-Schiedsgericht ist nicht mehr arbeitsfähig“
    Das Online-Lexikon Wikipedia steht in Deutschland nicht nur wegen unkorrekter Einträge in der Kritik. Immer mehr Mitarbeiter und Nutzer haben das Gefühl, dass Rechtspopulisten unerlaubten Einfluss auf die Inhalte nehmen. Einem Mitglied des Schiedsgerichts wird ideologische Einseitigkeit vorgeworfen.
    Peter Welchering im Gespräch mit Ralf Krauter …“

    Quelle: http://www.deutschlandfunk.de/streit-bei-online-enzyklopaedie-das-wikipedia.676.de.html?dram:article_id=374356

  2. Am 24.09.2015 ist eine Petition gegen Anonymität und Zensur in der Wikipedia gestartet worden, die sich an die Wikimedia Foundation richtet:

    https://www.change.org/p/transparenz-auf-wikipedia-wikitransparenz

  3. Herr Oppong hat in Wikipedia-Kreisen einen sehr schlechten Ruf, und das hat seinen Grund. Er hat dort massiv gegen Verhaltensregeln verstoßen, ist ausgesprochen arrogant aufgetreten, hat Ultimaten gestellt, hat schlampig recherchiertes Zeug veröffentlicht. Er kennt sich in der Community nicht aus und ist dort sehr schlecht angesehen. Keine gute Voraussetzung für eine substanzielle Studie.

    Wer mal sehen will wie mit und über ihn diskutiert wurde:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Kurier/Ausgabe_2_2012
    https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia_Diskussion:Kurier/Archiv/2012/02/7Pinguine_vs._Oppong
    https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia_Diskussion:Kurier/Archiv/2012/03/Vertr%C3%A4ge_mit_Geheimhaltungsklauseln#Oppong_mal_wieder
    https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Administratoren/Notizen/Archiv/2012/02#Benutzeraccount_Marvin_Oppong
    https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Vandalismusmeldung/Archiv/2012/03/11#Benutzer:Marvin_Oppong_.28erledigt.29

    Das ändert nichts daran, dass das Problem von bezahltem Schreiben in der Wikipedia virulent ist, aber dazu bräuchte es besser qualifizierte Experten als ausgerechnet Oppong.

  4. Leider ist diese „interessante Studie“ schlecht recherchiert, zuhauf fehlerbehaftet und daher in meinen Augen wertlos. Wenn sie für etwas „sensibilisiert“, so für schlampige journalistische Recherche und tendenziöse Veröffentlichungen.
    Überaus bedauerlich, dass damit das wichtige Thema und dieses von Wikipedia-Autoren (und meines Wissens nach auch von der Wikimedia Deutschland e.V.) längst erkannten und bereits seit längerem genauer untersuchten Problem versuchter PR in Wikipedia-Artikeln so vorurteilsbehaftet und verfremdet in die Öffentlichkeit gebracht wird.
    Ohne den Beweggründen des Autors nachgespürt zu haben, fragt man sich da doch zunächst einmal erstaunt „cui bono?“ ….

    Roswitha Casimir (seit 9 Jahren Wikipedia-Mitarbeit ohne Adminfunktion und ohne Vereinsmitgliedschaft)

    • In diesem Kommentar verzichtet der Autor leider auf Nennung konkreter Beispiele, was denn an der Studie genau schlampig recherchiert sei. Ich fürchte, hier ist nicht so viel zu finden.

      • https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia_Diskussion:Kurier#Verdeckte_PR_in_Wikipedia

        Hier können Sie unzählige Beispiele finden.

        Beispielsweise glaubt der Herr auf S. 89, Meinungsbilder würden nach subjektivem Gefühl ausgewertet werden und nicht nach Auszählung von Ja-, Nein- und Enthaltungsstimmen. Ein Auswertung sei so gar nicht möglich.

        Das ist kompletter Unsinn. Bei jeder Wahl und jedem Meinungsbild wird jede Stimme genau ausgezählt und zwar für jeden Menschen öffentlich und problemlos nachvollziehbar. Ein Admin hat keinerlei Ermessensspielsraum.

        Wer noch nicht mal die Grundfunktionen von Wikipedia kennt, kennt wohl kaum deren Maßnahmen gegen PR…

  5. Wenn es um die Überprüfung von PRofessionellem Biasing geht wären als nächstes auch einmal die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags an der Reihe. Denn die sind offenbar nicht so „parteipolitisch neutral und sachlich objektiv“ wie sie offiziell zu sein vorgeben. So hat beispielsweise der aktuelle, an die breite Allgemeinheit gerichtete Infobrief „Die Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Deutschland“ (im nicht-historischen Teil) eine deutliche politische Schlagseite, da vorwiegend konservative Ansichten erwähnt und argumentativ verteidigt werden, während die zahlreichen Publikationen ökologisch orientierter Lösungsansätze, etwa seitens des UBA oder des SRU, unerwähnt bleiben. Das Fehlen der Gegenpositionen ist auch deswegen erstaunlich, weil der Autor schon seit mindestens 2008 mit der Energiewirtschaft zu tun hat, davon vier Jahre als Mitarbeiter in der konzernkritischen Anwaltskanzlei Becker-Büttner-Held. Möglicherweise gibt der Verfasser im letzten Satz der Studie inoffizielle Einfluss-Geber zu erkennen: den Branchenverband „BDEW – Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.“ sowie den BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e.V..

  6. Die Wikipedianer sehen diese „Studie“ anscheinend ausgesprochen kritisch; sie sei „voller Falschaussagen“:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia_Diskussion:Kurier#Gegendarstellung.2FStellungnahme_-_aber_wie.3F

    Und das wohl von Benutzern, die sogar der Wikipedia-Redaktion gegen PR und Lobbyismus angehören.

  7. Schade das die Studie nicht auch die verdeckte PR von NGO untersuchte. Die stellen die Lobbyarbeit der meisten Konzerne locker in den Schatten.

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