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Aktion: Lobbyismus an Schulen zurückdrängen! Unterzeichnen Sie jetzt unseren offenen Brief an die Bildungsminister

Lobbyismus an Schulen

Lobbyismus macht auch vor dem Klassenzimmer nicht halt. Lobbyisten erstellen Unterrichtsmaterialien, veranstalten Schulwettbewerbe oder bilden Lehrer fort. Schülerinnen und Schüler werden so zum Ziel von Meinungsmache und Manipulation.

Wir haben untersucht, mit welchen Methoden Lobbyisten Einfluss auf den Unterricht nehmen und welche Motive dahinter stecken. Das Ergebnis haben wir in unserem Diskussionspapier „Lobbyismus an Schulen“ veröffentlicht. Es zeigt: Die Einflussnahme auf Kinder und Jugendliche wird professionell organisiert und ist Teil langfristiger und umfassender Lobbystrategien.

In einem offenen Brief haben wir die Bildungsminister und -ministerinnen der Länder aufgefordert, gegen Meinungsmache und Lobbyismus an Schulen aktiv zu werden. Wir übergeben die knapp 9.500 Unterschriften heute an Stephan Dorgerloh, Präsident der Kultusministerkonferenz.

Unser offener Brief im Wortlaut

Sehr geehrte Frau Ministerin, sehr geehrter Herr Minister,

Lobbyisten haben die Schulen als Handlungsfeld für sich entdeckt. In den vergangenen Jahren hat die Einflussnahme von Unternehmen und Verbänden auf den Unterricht zugenommen und wird professionell organisiert. Den Akteuren geht es nicht um Bildung, sondern um Meinungsmache und Marketing. Als zukünftige Wähler und Konsumenten sind Kinder und Jugendliche zum Ziel langfristiger und umfassender Lobbystrategien geworden. Die Politik muss dieses Problem endlich erkennen und dagegen aktiv werden.

Wir fordern Sie als Bildungsministerin und -minister auf, das Problem der Einflussnahme von Lobbyisten an Schulen anzugehen und Maßnahmen gegen Meinungsmache und Marketing im Unterricht zu ergreifen.

  • Richten Sie eine Monitoringstelle ein, bei der Lehrkräfte, Schüler oder Eltern auffälliges Material prüfen lassen können und die einen Leitfaden zum kritischen Umgang mit externem Material herausgibt.
  • Schaffen Sie Regeln für die Offenlegung der Finanzierung von externen Schulmaterialien.
  • Sorgen Sie für ein umfassendes Werbeverbot an Schulen.

 

Hintergrund zur Aktion
In unserem neuen Diskussionspapier „Lobbyismus an Schulen“ finden Sie Hintergrundinformationen, viele Beispiele und konkrete Handlungsempfehlungen – auch für Lehrerinnen und Lehrer, Schüler und Schülerinnen und Eltern. Eine Zusammenfassung der Inhalte können Sie hier lesen und den kompletten Text als PDF hier herunterladen. Sie können die Studie auch als gedrucktes Exemplar bestellen ohne den offenen Brief zu unterzeichnen.

Autor: Felix Kamella

Studierte in Bonn Politische Wissenschaft, Osteuropäische Geschichte und Slavistik. Seit Februar 2011 arbeitet er bei LobbyControl. @felixkamella

166 Kommentare

  1. Wie kann man auf so eine Idee kommen? Fast wie in anderen großen Gremien ( Europäischen) Vor lauter Langeweile wissen die nicht mehr was tun!!!! Dann machen sie so einen Käse

  2. Da mir die Thematik genauso am Herzen liegt, wollte ich den offenen Brief
    unterzeichnen-doch leider gibt es diese Möglichkeit anscheinend gar nicht.
    Habe ich nur irgendeine Frist versäumt oder was ist hier los ? Für die Beantwortung dieser Frage wäre ich sehr dankbar !
    A. (wie Anonym)

  3. Die Verblödung bei großen Teilen der Bevölkerung und Jugend ist doch von der „Regierung“
    gewollt. Ein intelligentes Volk würde ja eventuell wiedersprechen und IM-Angelika nicht mehr wählen.

  4. Ich bin sehr froh, dass dieses Thema hier so deutlich angesprochen wird.

    Als ehemalige Pädagogin im Vorschul- und Schulbereich bin ich sehr besorgt
    wie selbstverständlich Konzerne mit ihren einseitigen Werte und
    Gebrauchswertbestimmung von Kindheit in die kulturelle Bildung eingreifen dürfen.
    Leider mit großer, unkritischer Unterstützung des Bildungsministeriums.

    Ein mich sehr nachdenklich stimmendes Beispiel für die die Ökonomisierung der pädagogischen Arbeit im Vorschulbereich (Kitas) , einschließlich des Shops zur Bestellung von „geeignetem Material“ fand ich in der Stiftung „Haus der kleinen Forscher.“
    (Helmholz-Gemeinschaft, Siemens Stiftung, Dietmar Hopp Stiftung
    Deutsche Telekom, Autostadt Gmbh)
    http://www.haus-der-kleinen-forscher.de/
    mit Förderung des Bundesministerium für Bildung und Forschung.

    Eine professioneller, marketingorientierter Webauftritt im Hochglanzformat. Wirklichkeit und Wissenserfahrung für Kinder aus zweiter Hand. Designer erarbeiten vorgefertigte, abgesteckte und vollstreckbare Erlebnisräume als Angebot für die Erfahrungs- und Bildungsräume von Kindern.

    Ich wünsche mir, dass alle pädagogisch tätigen Menschen und Eltern weiterhin das Vertrauen in die Erlebnisfähigkeit und in den natürlichen, selbstbestimmten Forscherdrang ihrer Kinder haben.

    Ich wünsche mir auch, dass Firmen wie Siemens sich damit beschäftigen was sie sich als ihre ursprüngliche Aufgabe gestellt haben und womit sie sich aufgrund ihrer Firmengeschichte auskennen oder auskennen müssten.

  5. Hab‘ gestern im Kindergarten unseres Sohnes Werbung für eine Promotion-Aktion von HARIBO entdeckt … und entfernt. Da geben sich alle Beteiligten im Kindergarten Mühe, den Kindern eine gesunde Ernährung näher zu bringen und dann platzieren die großen Zucker-Verarbeiter ihr Werbematerial dezent im Eingangsbereich des Kindergartens … geht garnicht, oder?!

  6. Schulen gehören zu 100 % aus Steuergeldern finanziert. Sponsoring und Produktplazierung haben an öffentlichen Schulen nichts verloren.

    • Da stimme ich zu.
      Leider sind viele sinnvolle Schulprojekte mangels Finanzen nur durchführbar, wenn Firmen mit Sponsoring und/oder Parterschaften einsteigen. Das ist beschämend, finde ich, für unser Land!.

      • Die Finanzen für sinnvolle Schulprojekte und Bildung wären schon da. Aber die so genannte „Regierung“ der Traurigen BRD (war bis zum 8.5.1945 Deutschland) geben lieber Milliarden für die sinnlose EURO oder Bankenrettung aus. Das eine gebildete Jugend das Kapital eines Landes ist,haben diese Primaten im „Bundeskasperletheater“
        doch noch gar nicht begriffen. Womit sollten die auch etwas begreifen,dazu braucht man doch HIRN ??????????

  7. „Piwik
    verwendet sog. “Cookies”, Textdateien, die auf Ihrem Computer gespeichert werden und die eine Analyse der Benutzung der Website durch Sie ermöglichen. Die durch den Cookie erzeugten Informationen über Ihre Benutzung dieses Internetangebotes werden auf dem Server des Anbieters in Deutschland gespeichert. Wir benutzen das AnonymizeIP-Plugin. Die IP-Adresse wird sofort nach der Verarbeitung und vor deren Speicherung anonymisiert.“

    Das kann man glauben.
    Muß man aber nicht.
    Übertragen werden viel mehr Daten bei Kontakt von Computern.
    Betriebssystem, Updates, Browser, Plug-Ins, Schriftarten …
    So läßt sich jeder Rechner identifizieren!
    Wenn jemand unterschreibt sind auch Name und Adresse bekannt.
    Bei großen Anbietern, die viele Seiten auf diese Weise überwachen.
    Man muß viel Vertrauen haben – denn die Daten haben die erst mal.
    Will man die ggf. zur Rechenschaft ziehen?
    Nach deutschem Datenschutzrecht in den USA?
    PEINLICH!

    • Es ist richtig, dass beim Aufruf jeder Seite im Netz Daten über Browser, OS und ähnliches übertragen werden. Das betrifft jede Interaktion im Web. Wir versuchen damit verantwortungvoll umzugehen, v.a. dadurch, dass wir möglichst wenig externe Ressourcen in die Webseite integrieren. Das betrifft eigentlich nur Gravatar für die Benutzerbilder bei Kommentaren. Die Verbindungen zu sozialen Netzwerken laufen über „Two-click“-Buttons, die erst aktiviert werden müssen.

      Die Piwik-Daten über Zugriffe auf die Webseite gehen nicht in die USA, sondern bleiben bei dem about:source-Server in Frankfurt, über den unsere Webseite betrieben wird. Der Erfassung der anonymisierten Daten durch Piwik kann im Impressum widersprochen werden. Piwik gilt in Datenschutzkreisen als Mittel der Wahl, wenn es Zugriffsanalysen geben sollte.

      Die Unterschriften von Online-Aktionen sind getrennt von den Daten, die durch den Seitenaufruf selbst entstehen. Sie werden verschlüsselt übertragen.

  8. Guten Tag!
    Ich lese heute auf Lobbycontrol:

    „Piwik
    Diese Website benutzt Piwik, eine Open-Source-Software zur statistischen Auswertung der Besucherzugriffe. Alle Daten werden vertraulich behandelt und lediglich zur Optimierung unserer Internetpräsenz verwendet. Es werden keine Daten an Dritte weitergegeben.“
    https://www.lobbycontrol.de/initiative/impressum/

    Das ist GELOGEN!
    Richtig ist: Die Daten des persönlichen elektronischen Fingerabfdruckes, die PIWIK-Daten, werden bei jedem Aufruf einer Lobbycontrol-Seite an einen Server in den USA übertragen! Nämlich an
    https://ssl.aboutsource.net/piwik/piwik.js

    • Nein, das ist nicht gelogen.

      Es ist schlicht falsch, dass die Piwik-Daten an einen Server in den USA übertragen werden. about:source ist eine kleine Leipziger Internetagentur die unsere Webseite betreibt. Der Server steht in Frankfurt am Main. Deren Datenschutzerklärung finden Sie hier:
      http://www.aboutsource.net/p/1-impressum

      Wir geben die Daten nicht an Dritte weiter. Dass sie auf dem Server ankommen, der unsere Webseite betreibt, lässt sich nicht vermeiden. In unserer Datenschutzerklärung steht dazu: „Die durch den Cookie erzeugten Informationen über Ihre Benutzung dieses Internetangebotes werden auf dem Server des Anbieters in Deutschland gespeichert.“ Das ist about:source.

      Dabei benutzen wir das AnonymizeIP-Plugin, das die IP-Adresse des Benutzers maskiert, sodass es nicht mehr eindeutig möglich ist, eine IP-Adresse einem Benutzer eindeutig zuzuordnen. Der Erfassung der anonymisierten Daten durch Piwik kann im Impressum widersprochen werden. Unserer Ansicht nach gilt Piwik in Datenschutzkreisen als Mittel der Wahl, wenn man Zugriffsanalysen macht.

      Generell bemühen uns darum, eine funktionale Webseite mit gutem Datenschutz zu verbinden. about:source ist an dem Datenschutz-Thema auch aktiv dran und wir werden uns auch in der kommenden Zeit nochmal darüber austauschen, ob und wo es noch Verbesserungsmöglichkeiten gibt.

  9. Nein, ich werde nicht bei Lobbykontrolle unterzeichnen.
    Denn Lobbykontrolle wird bereits kontrolliert.
    Wer diese Seite z.B. aufruft,
    gibt den elektronischen Fingerabdruck an Google, Gravatar, aboutsource, MarkMonitor, automattic …
    Das alles geschieht im Hintergrund!
    Entgegen der sogenannten hiesigen Datenschutzerklärung auc h lange, bevor man z.B. auf einen Kniopf zu den unsozialen Netzwerken geklickt hat.
    Ich finde das heimtückisch!

    • Lieber „Name Vorname“,

      uns ist Datenschutz wichtig. Tatsächlich werden Daten nicht an die sozialen Netzwerken gesendet, solange der Benutzer nicht einen der entsprechenden Links klickt.

      Die Verbindung zu Google ist entstanden, um die benötigten Schriften für die Seite zu laden. Das haben wir ändern lassen. Die Schriften laden wir jetzt nicht
      mehr von der Google Api, sondern direkt von unserem Server. Danke für den Hinweis.

      In der Tat wird eine Verbindung zu den Servern von aboutsource.net aufgebaut. Das ist gar
      nicht anders möglich, weil aboutsource.net unsere Webseite betreibt. Dabei handelt es sich um eine kleine Leipziger Internetagentur. Der Server steht in Frankfurt am Main. Deren Datenschutzerklärung finden Sie hier:
      http://www.aboutsource.net/p/1-impressum

      Zur Ergänzung: Gravatar ist ein verbreiteter Dienst, der Benutzerbilder für Kommentare liefert. Die Verbindung zu gravatar.com und automattic ensteht, Wenn man sich Artikel anschaut, den Benutzer kommentieren, die diesen Dienst nutzen, wird das Benutzerbild gravatar.com/ automattic geladen. Die Verbindung MarkMonitor kann ich bei mir nicht finden.

  10. Auch ich möchte nicht, dass schon bei den Kindern mit der dreisten Verdummung angefangen wird. Deshalb unterschreibe ich diesen Brief gern.

  11. In NRW muss man sich freuen, wenn irgendjemand bereit ist z.B. Grundschulen zu sponsern. Die Gebäude sind oft in beklagenswertem Zustand und auch die Ausstattung hat mit den Anforderungen des 21. Jahrhunderts rein gar nichts zu tun. Ohne Fördervereine und Spenden würde selbst das derzeitige System zusammenbrechen. Unsere Ministerpräsidentin, die viele Parallelen zu Baron Münchhausen aufweist, lässt hier nicht nur ein Kind im Stich, sondern alle! Da ist mir das Hemd näher als die Hose und ich bin zugunsten der Kinder eher für mehr Sponsoring, als für weniger. Wenn man in NRW auf die Sozis warten will…die hatten schon über 40 Jahre Zeit!

    • Natürlich, das liegt alles an den Politikern.
      Es liegt nicht daran, dass es Wähler gibt, die diese Wählen.
      Es liegt nicht daran, dass alle zu bequem sind, sich mal aus dem Reihenhausgarten zu bewegen und selbst was zu ändern.
      Es liegt nicht daran, dass keiner beim Slogan „Mehr Netto vom Brutto“ nicht weiter, als über den Rand seines Kontoauszugs gedacht hat.
      Es liegt nicht daran, dass man der Lüge aufsitzt, niedrige Unternehmenssteuern würden zu höheren Investitionen und damit zu höherem Steueraufkommen führen.
      Das liegt alles nur an den Politikern.

  12. “ Nur 20% der Bürger in Deutschland sind bereit,sich konkret für eine bessere Welt zu engagieren. “ Mit der Bewußtseinsbildung geht es voran-wann folgt das daraus resultierende konsequente Handeln? Der Politik fehlt schlichtweg der durch das Handeln der Bürger untermauerte Auftrag.Also -Los geht`s!

  13. Unterschätzt nicht, wie unglaublich viele „das ist halt so“ – Leute es gibt, wenn die Bundeswehr oder welche Lobbygruppen immer ihre Werbung neuerdings in die Schulen bringen. Jahrelang galt Widerstand als „uncool“, und grad das ist eine weitere Gefahr. Wenn – reine Empirie – 95% aller Gespräche über „coole styles“ oder neue Produkte oder das nächste smartphone geführt werden, von Eltern wie von SchülerInnen, haben Lobbyisten erstaunlicherweise eine größere Chance. Wenn in einem McDonald’s aus der Filiale alle 5 Minuten Bundeswehr-Werbung dröhnte, störte das die 40 Schülerinnen, die grade drin saßen, überhaupt nicht…

  14. In den landwirtschaftlichen Berufsschulen siet die Lage gefühlt noch dramatischer aus: Bayer, BASF, Monsanto und Co. liefern die Probleme und gleich dazu ihre Lösungen dazu. Habe selbst die Ausbildung gemacht und jedes zweite Unterrichtsmaterial kam aus der Privatwirtschaft. So ist es kein Wunder, dass der Einsatz von Pestiziden und Kunstdüngern nicht zurückgeht. Hier besteht auch dringender Handlungsbedarf, wenn wir die Landwirtschaft nachhaltig gestalten wollen.

  15. Was ist das für ein Land?

    Einerseits besteht Schulpflicht.
    Andererseits werden die Kinder in der Schule bereits manipuliert um sich in dieses kranke Räderwerk, das sich auch Staat nennt, wiederspruchslos einzufügen.

    Wie soll man da seine Kinder schützen?

    Es wird höchste Zeit, daß dieses Staatwesen fällt.
    Denn Demokratie sieht anders aus!

    • Das ist so gewollt:
      Die Kinder werden Rädchen im System mit Namen „Kapitalismus“, Du sollst Deine Kinder nicht schützen, das macht der Staat mit seinen Auftraggebern, der Wirtschaft.

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