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Abstimmung für die Lobbykratie-Medaille gestartet

Die Abstimmung zur Lobbykratie-Medaille ist eröffnet. Akti­visten von LobbyControl gaben heute vor dem Brandenburger Tor die fünf Kandidaten für den ersten Negativpreis für undemokratische Lobbyarbeit bekannt und sam­melten mit einer großen Wahlurne erste Stimmen ein. Stimmen Sie jetzt ab, welcher der Nominierten den Preis am meisten verdient hat!

Das sind die Kandidaten:

Quelle: www.dvag.comDeutsche Vermögensberatung AG: Nominiert für die Lobbykratie-Medaille, weil sie PR-Texte als seriöses Lehrmaterial vermarktet und so Lobbyarbeit aus den Parlamenten in die Schulen verlagert. Mehr Infosdirekt abstimmen

Quelle: http://www.gauselmann.deGauselmann AG: Nominiert, weil die Spielautomaten-Firma es geschafft hat, über eine Million Euro an Parteien zu überweisen, ohne in den Rechenschaftsberichten die­ser Parteien aufzutauchen. Mehr Infosdirekt abstimmen

Quelle: www.buendnis-meine-wahl.deBundesverband Medizintechnologie & Agentur Weber Shandwick: Nominiert, weil sie Patientenvertretungen für eine vermeintliche Graswurzelkampagne instrumentali­siert hat, um erfolgreich die Umsetzung einer Reform der Versorgung mit medizini­schen Hilfsmitteln zu verhindern. Mehr Infosdirekt abstimmen

Quelle: www.www.bgr.bund.de, www.rwe.deRWE & Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe: Nominiert, weil das Energierunternehmen RWE zwei Mitarbeiterstellen in einem Forschungsprojekt der Bundesanstalt finanziert hat, welches Vorschläge für ein verbindliches Regelwerk zum Einsatz der CCS-Technologie in Deutschland erarbeiten sollte. Mehr Infosdirekt abstimmen

Quelle: www.deutschebank.deDeutsche Bank & Josef Ackermann als Vorsitzender des Institute of International Finance (IIF): nominiert, weil sie über einen privilegierten Zugang die günstigen Konditionen für die Finanzbranche bei der Griechenland-Rettung prägten und sich zugleich nach außen irreführend als hart getrof­fen darstellten. Mehr Infosdirekt abstimmen

Stimmen Sie jetzt über den Träger der Lobbykratie-Medaille ab!

Hintergrund: Was ist die Lobbykratie-Medaille?

Mit der Lobbykratie-Me­daille wollen wir irreführende oder undemokratische Lobbyarbeit ins Rampenlicht rücken. Wir wollen nicht hinnehmen, dass die Politik immer stärker durch irreführende Methoden, problematische Verflechtungen und das Übergewicht finanzstarker Lobbyis­ten verzerrt wird. Die Kandidaten stehen bei­spielhaft für verschiedene Formen undemokratischer Lobbyarbeit. Dabei geht es nicht nur um den größten Aufreger, sondern auch um Themen, die sonst nicht genügend Aufmerksamkeit erhalten.

Vorbild der deutschen Lobbykratie-Medaille ist der Brüsseler „Worst EU Lobbying Award“, den LobbyControl in den letzten Jahren mit mehreren europäischen Nichtregierungsorganisationen zusammen vergab. Weitere Informationen zur Lobbykratie-Medaille.

Fotos von der Aktion zum Start der Abstimmung:

Autor: Ulrich Müller

geschäftsführender Vorstand von LobbyControl

13 Kommentare

  1. Zu aller erst möchte ich Tyler Durden Volland zustimmen, denn ohne den Wähler wären diverse Dinge nicht möglich gewesen.
    Auch jetzt noch und sicherlich auch weiterhin lassen sie sich blenden und in jeder Art und Weise manipulieren, das wieder ist nur möglich weil sie nicht hinterfragen.

    Das ein Unternehmen wie Gauselmann nicht im Rechenschaftsbericht auftaucht hat doch bei den „Spenden“ nicht Gauselmann zu verantworten, sondern doch diejenigen die die Regeln gemacht haben. Würden die Regeln nicht vorsehen das man erst ab gewissen Summen auftaucht, wäre das Unternehmen doch aufgelistet worden. Die Schuld nun Gauselmann geben zu wollen ist schon fast albern.

    Wer sich über Unternehmen und deren Wirken wundert, muß grundsätzliches ändern. Warum sind denn Spenden an Parteien überhaupt zulässig wo doch im Grunde jeder weiß das es sich um Zahlungen handelt, die einen gewissen „Gegenwert“ erwarten lassen.
    Alles sucht nun – wie hier sehr deutlich wird – nach denen die sich besonderer Dinge schuldig gemacht haben. Keiner von denen ist aber in der Lage grundsätzliches zu ändern, denn es ist dringend an der Zeit, das Politikern jede Nebentätigkeit verboten wird und sie gefälligst nur ihre Arbeit als Politiker zu tun haben, denn dafür werden sie wohl auch sehr gut bezahlt. Es muß verboten sein, das die Arbeit die dieser politische Apparat zu erfüllen hat, nach außen getragen wird und Gutachten von privaten Firmen erstellt werden, die natürlich dann automatisch in der Lage sind, entsprechende eigene Interessen damit zu bedienen. Jede Einflussnahme von außen auf die Politik muß unterbleiben, dann werden viele Entscheidungen auch völlig anders ausfallen und die Kosten für viele Dinge wie Gesundheit werden sinken.

    Statt also Medaillen zu vergeben, für die sich niemand interessiert, weil es viel zu wenige mitbekommen in der Bevölkerung, sollte man sich auf Dinge konzentrieren die wirklich etwas bewirken und nachhaltige Folgen haben könnten.
    Solche Dinge hier halte ich persönlich für Kindergarten und Zeit- und Energieverschwendung.
    Es müssen in der Politik insbesondere für die Politiker neue Regeln her, an die sie sich entweder halten oder gehen, wenn sie das nicht wollen. Auch darf bei dem verdacht auf Straftaten keine Immunität mehr aufgehoben werden müssen, denn das führt zu einem Schutz der ungerechtfertigt ist.
    Strafgesetze sind für uns alle gültig, also auch und gerade für Politiker, die eigentlich eine Vorbildfunktion haben.

    Dafür sollte man sich einsetzen, denn ob nun eine Himbeere, eine saure Gurke oder sonst etwas verliehen wird, interessiert doch nicht wirklich jemanden.
    Mich jedenfalls interessieren Ergebnisse und nicht irgendwelche Oberflächlichkeiten.

  2. Paules Worten schließe ich mich an. Seit Schröder Kanzler wurde durften die Lobbyisten sogar mit ihren Büros neben die der Bundestagsabgeordneten einziehen (kurze Wege). Praktisch was?

    Die wirklichen Übeltäter sitzen auf den Regierungsbänken und entscheiden gegen den Bürger und für ihre Büronachbarn.

    Übergeben Sie vielleicht doch Frau Merkel die Lobbykratie-Medaille, da sie nicht nur für Ackermann die Tür zu weit öffnete und ihm sogar seine Geburtstagsfeier ausrichtete, sondern auch die Hauptverantwortliche ist, die Lobbyarbeit zulassen oder verbannen kann.

  3. der deutsche wähler hat einfluss? was ist das denn für ein märchen?
    der bürger wählt doch nicht die guten. er wählt die, die am wenigsten schlecht sind, oder ihm am genehmsten sind.
    da es hier in deutschland sehr viele gutsituierte menschen gibt, wählen die natürlich die parteien, die seinen vorstellungen am besten entsprechen? was wählt ein hartz4 empfänger? in den meisten fällen wählen sie wohl eher garnicht? wieso auch? gibt es eine alternative für sie? eher nicht.
    ich finde übrigens, daß eine medaille an die deutsche bundesregierung vergeben werden sollte. denn die lässt die vorgeschlagenen firmen gewähren. sie bestellt sie sogar in ihre arbeitsgruppen. sowas müsste verboten werden.
    lg
    p.

  4. CSU-Politiker wird Sparkassenpräsident

    Das Rennen um den Spitzenposten der deutschen Sparkassen ist zugunsten des CSU-Politikers Georg Fahrenschon entschieden. Sein einziger Konkurrent, der Chef des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe, Rolf Gerlach, zog seine Bewerbung für das Präsidenten-Amt beim Deutschen Sparkassen-und Giroverband (DSGV) am Montag zurück.

    Damit ist der Weg für den ehemaligen bayerischen Finanzminister Fahrenschon frei. Am 30. November wählt eine Mitgliederversammlung der Sparkassen in Berlin den Nachfolger des DSGV-Präsidenten Heinrich Haasis für eine sechsjährige Amtszeit.

    Gerlach (58) sah offenkundig keine Chance mehr, sich in der Abstimmung gegen den 43 Jahre alten Fahrenschon durchzusetzen. Anders als vom DSGV-Vorstand beschlossen, habe „eine Gruppe von Regionalverbandspräsidenten“ bereits eine Vorfestlegung getroffen, hieß es in der Mitteilung des Verbandes Westfalen-Lippe. Eine sinnvolle Erörterung über Inhalte sei damit nicht mehr möglich.
    Gerlach betont starke Einheit
    In den vergangenen Tagen war die Unterstützung Fahrenschons durch die süddeutschen Verbände deutlich geworden. Aber auch DSGV-Vize Gerlach hatte eine Reihe von Fürsprechern in der Sparkassenorganisation. In der Wahlversammlung gibt es 24 Stimmberechtigte – die elf regionalen Sparkassenverbände, die zehn Landesbanken und Girozentralen sowie die drei kommunalen Spitzenverbände.

  5. Wäre es nicht viel, viel sinnvoller den ersten Preis an die deutschen Wähler zu verleihen?

    Um solche geradezu perversen Manipulationen zuzulassen bedarf es einer Regierung, die nicht nur nicht gegen so etwas einschreitet, sondern selber ein offensichtliches Interesse an solchen Zuständen hat!

    Und diese Regierung wurde vom Bürger/Wähler/Steuerzahler in einer freien, geheimen, völlig korrekten Wahl an die Macht gewählt…

    Man hat in allen Medien IMMER die Gewohnheit auf Symptome hinzuweisen, aber die eigentlichen Ursache zu verschweigen.

  6. Die grüne Bundestagsfraktion will Forschung bei der CCS-Technologie zulassen!

    Unter Mitwirkung von Ingrid Nestle und Oliver Krischer beide, Bundestagsfraktion von Bündnis 90 die Grünen, wollen einen Kompromiss Vorschlag in den Vermittlungsausschuss einbringen. Der weiterhin, Forschung zur unterirdischen CO2-Speicherung zulässt.
    Lapidar heißt es, „Forschung im begrenzten Umfang zulassen“.
    Das ist ein Schlag ins Gesicht, aller die seit Jahren dagegen Kämpfen!
    Seit über zwei Jahren kämpfen wir energisch gegen CCS in ganz Deutschland. Und nun kommt ein Vermittlungsversuch, der doch CCS möglich macht. Die letzte Hoffnung wahren die Grünen. Und ganz vorn Ingrid Nestle. Sie hat sich immer gegen die Unterirdische Speicherung von CO2 ausgesprochen. Und nun soll weiterhin Forschung zugelassen werden?
    Obwohl Vattenfall im Brandenburgischen Ketzien seit Jahren forscht. Hat der schwedische Konzern zugesagt sich aus Deutschland zu verabschiedeten, wenn CCS nicht kommt. Das währe ein großer Erfolg und ein wichtiges Zeichen für die Energiewände.

    Sven Bohl / Niebüll

  7. Das ist das eigentlich Verwerfliche. Dass unsere Kinder und Jugend schon auf diese Weise manipuliert wird.
    Volkmar

  8. Deutsche Bank & Josef Ackermann als Vorsitzender des Institute of International Finance (IIF)hat uns durch ihre Lobbyarbeit am meisten geschadet und wird es noch jahrelang nachhaltig tun. Deshalb kann die erste Wahl nur Deutsche Bank und Ackermann lauten.

    Aber – das bedeutet nicht, dass die anderen wesentlich besser abschneiden dürfen.

    Insbesondere ist der Bundesverband Medizintechnologie & Agentur Weber Shandwick zu erwähnen. Deren Lobbyarbeit ist vielleicht für den Bürger nicht ganz so teuer wie die der Ackermänner, dafür in meinen Augen noch verwerflicher.

    Toll ist, dass Lobbycontrol diese Gierhälse und Unfriedenstifter anprangert. Die Lobbyisten setzen den Frieden aufs Spiel und unsere Politiker schauen handaufhaltend seelenruhig zu.

  9. Wurde gerne abstimmen, leider ist dies über Mobile Tabletten Geräte nicht möglich. schade..

  10. Bin entsetzt, wie man uns manipuliert!

  11. Es ist schon der Hammer wie sich Menschen einfach am Paneten und den anderen menschen bedienen… sie manipulieren und aussaugen!
    Aber die Abrechnung wird nun bald folgen, somit können wir alle entspannt in die Zeit gehen ;-)

  12. Hallo,

    Ich glaube dass die Tätigkeiten von „Lobby Control“ sehr wichtig für eine echte Demokratie-Volkwille-sind. Deshalb haben Sie meine Unterstützung. Deutsche Bank & Josef Ackermann hätten die Lobbycratie-Medaille verdient, weil der Einfluss auf die deutsche Regierung missbraucht wird. Wobei diese Medaille auch ein Zeichen an die Frau Merkeö sein sollte.

    Schöne Grüsse
    siebenberger

  13. Der Weblink zu bgRwe ( http://www.lobbycontrol.de/index.php?p=7971 )funktioniert nicht.

    Es wäre übrigens nicht einzige Verbindung zwischen BGR und RWE. So hat z. B. der RWE-Mitarbeiter Thomas Thielemann ( http://www.thomas-thielemann.de) vorher beim BGR und beim BMZ gearbeitet.
    Eine Reihe von Publikationen entstanden auch von ihm als RWE-Mitarbeiter in Zusammenarbeit mit dem BGR (z. B. B. Cramer, Sandro Schmidt, J. Peter Gerling, u.a. auf http://www.thomas-thielemann.de/Publication%20list.htm ).

    Lobbyisten hat man beim CCS-Gesetz aber auch sonst gerne eingespannt, so kriegte z. B. die Anwaltskanzlei Gaßner, Groth, Siederer & Coll. 200.000 Euro für den „Entwurf eines Gesetzes zur Abscheidung, Transport und dauerhafte Speicherung von Kohlendioxid“
    ( http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/141/1614133.pdf ), obwohl Kanzleipartner Gaßner gleichzeitig als Vizepräsident des Bundesverbands Erneuerbare Energie e.V. (BEE) fungiert und damals als Präsident der Geothermischen Vereinigung Vorschläge zur Änderung des Entwurfs eines CCS-Gesetzes eingebracht hat ( http://www.geothermie.de/fileadmin/useruploads/aktuelles/Aktuelles/GtV-BV_CCS-Gesetz_Empfehlungen.pdf ).

    So etwas wie Verwaltungsethik scheint auch bei einem so heiklen Thema keine Rolle zu spielen.

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