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Eutop lässt Artikel entfernen

„Lobbyfirma soll überhöhte Honorare an Politiker gezahlt haben – Telekom unter Druck“ so lautete die Überschrift eines Artikels bei Spiegel Online vom 21. Mai. Darin hieß es, die Münchener Beratungsfirma Eutop habe über Jahre hinweg Politiker mit lukrativen Honoraren für Vorträge geködert. Auf diese Weise habe man die betreffenden Personen an das Unternehmen binden wollen. Einer der Geldgeber der Eutop sei die Telekom gewesen. Als Quelle nannte Spiegel Online ein Dokument aus den Ermittlungsakten der Bonner Staatsanwaltschaft.

Dieser Artikel wurde nun aus dem Online-Angebot entfernt. Grund sind Unterlassungsansprüche der Eutop International GmbH und deren Geschäftsführer Klemens Joos. Doch damit nicht genug, auch Verweise auf den Artikel sollen verschwinden. Auch Lobbycontrol erhält durch die Kanzlei Schertz Bergmann „Gelegenheit, die Ankündigung des Beitrags sowie den Link“ innerhalb von 24 Stunden zu entfernen. Der Bericht enthalte zahlreiche falsche Tatsachenbehauptungen. Belege dafür legte die Kanzlei dem Schreiben nicht bei. Lobbycontrol kann nicht prüfen, ob die Vorwürfe berechtigt sind und hat den Verweis deshalb entfernt.

Es dürfte den Anwälten schwer fallen, alle Verweise auf den Artikel zu entfernen. So ist eine Kopie unter gleichem Namen bei WikiLeaks einsehbar.

Joos gilt als politischer Lobbyist mit Nähe zu Union und FDP. Mehr zu der betreffenden Lobbyfirma Eutop findet sich auch in unserem LobbyPlanet Berlin.