Aktiv für Transparenz
und Demokratie.

Bahn-Affäre: Spuren verwischen statt Aufklärung

Spuren verwischen statt Aufklärung scheint das Motto bei einigen Beteiligten der PR-Affäre der Deutschen Bahn AG zu sein. Berlinpolis hat inzwischen seine Webseite www.zukunftmobil.de gesperrt, über die sie 2007 verdeckte PR für die Deutsche Bahn AG machten. Das ist der zweite Schritt, um die eigene Verwicklung in die Bahn-Affäre zu verbergen. Am letzten Freitag hatte Berlinpolis ein vermeintliches Dementi publiziert, was aber auf zweiten Blick keines ist (siehe unsere Analyse). Im Englischen wird diese Taktik seit der Watergate-Affäre als „non-denial denial“ bezeichnet (siehe Erklärung auf sourcewatch.org).

Allendorf Media löscht Referenzkunden
Auch die PR-Agentur Allendorf Media hat in den letzten Tage offensichtlich unerwünschte Spuren von der eigenen Webseite gelöscht. So ist die Webseite nicht mehr erreichbar, auf der die Agentur früher ihre Referenzkunden für den Bereich „Web und Vodcast“ (online veröffentlichte Videos) präsentierte. Hier ist der Screenshot der Seite vom 20. April 2009, wie er am Wochenende noch im Google Cache zu finden war:

Allendorf Media Webseite mit zukunftmobil.de von Berlinpolis als Referenzkunde

Die Seite belegt, dass Allendorf Media 2007 Videomaterial über die Deutsche Bahn AG für die Webseite zukunftmobil.de geliefert hat.

Statt Spuren zu verwischen sollten Allendorf Media und Berlinpolis endlich ihre Verstrickung in die Bahn-Affäre eingestehen und offen legen. Löschen in Internet-Zeiten geht nicht so schnell und einfach, wie manche vielleicht denken. Wir haben zudem letzte Woche nochmal eine Offline-Kopie von www.zukunftmobil.de gemacht, bevor wir an die Öffentlichkeit gegangen sind ;-).

Ulrich Müller

Autor: Ulrich Müller

Mitgründer von LobbyControl, seit 2016 Schwerpunkt Recherche und Analyse. @mueller_uli