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Auch Bauernverband plante verdeckte Meinungsmache

Nicht nur die Deutsche Bahn hat versucht, handfeste wirtschaftliche Interessen getarnt als individuelle Meinung von Bürgerinnen und Bürgern in den Medien oder dem Internet zu platzieren und damit die öffentliche Meinungsbildung zu steuern. Der Neuen Osnabrücker Zeitung liegt ein Dokument vor, das zeigt: Der Deutsche Bauernverband hat offenbar internetaffine Mitglieder dazu aufgefordert, sich aktiv in Internet-Foren zugunsten des Bauernverbandes zu beteiligen.

Während DBV-Generalsekretär Helmut Born erklärt, der Verein habe seine Mitglieder lediglich aufgefordert, „sich engagiert in diese Internet-Debatte einzubringen (…)“, scheint das, was der Neuen Osnabrücker Zeitung vorliegt – eine interne Email – doch eine andere Sprache zu sprechen: Wie eine Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in dieser Email erklärt, sei es Ziel der „Internet Task-Force“, „Diskussionen und Meinungsbildung gegen den Bauernverband frühzeitig zu entdecken, aktiv einzugreifen oder selbst auch Themen positiv zu besetzen“.

Anders als bei der Bahn sind hier zwar keine Gelder geflossen und keine Agenturen zwischengeschaltet worden. Es ist aber dennoch hoch problematisch, wenn sich in agrarischen Internetplattformen sowie in den Diskussionsforen der Tageszeitungen Mitglieder als Privatpersonen äußern und nicht mehr erkennbar ist, dass dahinter ein Verband steckt, der seine Mitglieder zu diesen Äußerungen animiert hat. Die Parallelen der verdeckten Meinungsäußerung liegen auf der Hand.

Den ganzen Artikel in der Neuen Osnabrücker Zeitung mit Statements von Heidi Klein lesen…

Nina Katzemich

Autor: Nina Katzemich

Geboren 1975, arbeitet seit Mai 2009 bei LobbyControl insbesondere zum Lobbyismus in Brüssel.