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Weitere Einzelheiten zur verdeckten PR-Arbeit der Bahn

Unsere Enthüllung über die verdeckte Pro-Privatisierungs-Propaganda der Bahn schlägt hohe Wellen. Nach Medienberichten wurde gestern bereits der Generalbevollmächtigte für Marketing und Kommunikation bei der Deutschen Bahn, Ralf Klein Bölting, entlassen. Heute legen wir mit neuen Einzelheiten nach, beschreiben genauer die Methoden, mit denen die Öffentlichkeit manipuliert wurde und nennen weitere Beteiligte.

Auch haben wir der Deutschen Bahn weitere Fragen vorgelegt. Eine Antwort steht noch aus. Nach eigenen Angaben arbeitet die Deutschen Bahn derzeit an einer Zusammenfassung des externen Untersuchungsberichts der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, der dann zugänglich gemacht werden soll. Wir werden darüber berichten.

Auch wenn es positiv ist, dass es erste Schritte der Bahn zur Aufklärung gibt, reichen die bisherigen Erklärungen und die Entlassung des Kommunikationsmanagers Klein-Bölting lange nicht aus, um diese demokratieschädliche Form der Einflussnahme aufzuarbeiten. Vor dem Hintergrund dieses Skandals werden wir auch die Politik unter Druck setzen. Sie muss jetzt weiteren Skandalen wie bei der Deutschen Bahn vorbeugen und umgehend gesetzliche Transparenzpflichten für Lobbyisten einführen.

Wenn Sie auch der Meinung sind, dass unsere Demokratie durch solche manipulativen Einflussnahmen geschädigt wird, helfen Sie uns, dagegen vorzugehen. Nur mit Hilfe von kleinen und großen Spenden vieler Menschen können wir solche Recherchen durchführen und Licht ins Dunkle bringen. Bitte unterstützen Sie uns – gleich jetzt mit einer Spende oder Ihrer Fördermitgliedschaft. LobbyControl ist gemeinnützig – Sie erhalten eine abzugsfähige Spendenquittung.

Hier finden Sie unseren Bericht „Die verdeckte Lobbyarbeit der Deutschen Bahn für die Bahnprivatisierung“ (pdf).

Das Medienecho auf unsere Enthüllung der PR- Aktivitäten der Deutschen Bahn ist imens. Hier finden Sie eine erste Auswahl der online verfügbaren Berichte:

Spiegel Online
Süddeutsche
Welt Online
Manager- Magazin
Handelsblatt
Der Tagesspiegel
Frankfurter- Rundschau
taz
ARD
ZDF
Bild.de

Auch Der Standard aus Österreich berichtet über die PR- Aktionen der Deutschen Bahn.

4 Kommentare

  1. Herzlichen Dank für Ihre Tätigkeit.

  2. Die Behördenstruktur (und die dadurch sich erlaubende „Besserwisserei“ mancher Bediensteten der gehobenenen und höheren Laufbahnen) war mir als ehemaliger Beschäftigter der Bahn (im Angestelltenverhältnis, also als „Tarifkraft“) immer schon ein Dorn im Auge. Als abhängig Beschäftigter lief man mit Vorschlägen zur Verbesserung ständig gegen „Windmühlen“ und folglich an die Wand, die sich durch die Borniertheit zahlreicher „Entscheidungsfreudigen“ (in fast allen Mittelstufen der Behörde) als erheblich widerstandsfähig und hart zeigte.

    Und heute, nach dem die Bahn – angeblich – ein Wirtschaftsunternehmen sein soll, erlaubt sich der Eigentümer trotzdem noch jene „Behördenstruktur“, die der Flexibilität eines Unternehmens eindeutig im Wege steht.

    Die „Tricksereien“, mit denen offensichtlich der Börsengang im positiven Sinne erwirkt werden sollte, waren offensichtlich nicht geeignet, um tatsächliche Fakten beweiswürdigend zu untermauern. Man hat somit nicht nur die Öffentlichkeit zu täuschen gewagt, sondern auch die Mitarbeiter, die nach Aufdeckung der Machenschaften maßlos von ihren „Chefs“ enttäuscht sind und demzufolge eine Identifizierung mit ihrem „Unternehmen“ (zu welchem die Beamten „ausgeliehen“ sind) zunehmend vermissen lassen. Der „Leck mich-Standpunkt“ hat eine Verbreitung gefunden, wie er noch nie – auch nicht bei der „Behörden-Bahn“ – in diesem Ausmaß vorhanden war.

    Dies hat selbstredend massive negative Auswirkungen auf den Service der Bahn!

    Leider sind die Voraussetzungen für eine Erfolg versprechende Zielsetzungen in der Umsetzung immer noch nicht von der Bahn-Leitung erkannt geschweige begriffen, obwohl jeder Kaufmann weiß, dass ein Umsatz sich erst dann einstellen wird, wenn die Kunden zufrieden sind. Und eine solche Zufriedenheit kann nicht dadurch „herbei gezaubert“ werden, indem der Öffentlichkeit vermehrt tolle Erfolge bei der Unternehmensstrategie vorgegaukelt werden.

  3. Die BAHN AG ist hier zusammen mit einigen GroßKonzernen die Spitze des Eisbergs, womit Sie nicht erst angefangen haben .. und das ist eine tolle Arbeit. NUR LIEGEN DIE PROBLEME BREITGESTREUT WEITER UNTEN ANGESIEDELT in den Bundesländern, den Landkreisen, den Kommunen: hier werden Käseblätter-Teilzeit und Nebenberufs-„Journalisten“ , und Chefredakteure und Verleger mit Peanuts eingekauft oder gehören selbst zu den Lobbyisten: schleichend wird die Privatisierung von Müllabfuhr, Wasserversorgung, Nahverkehr durch GroßKonzerne wie VEOLIA betrieben, der Konzern sponsort örtliche Sportvereine, Feuerwehren, Behindertenwerke mit T-Shirts, teilen von Kleinbussen oder mit Werbung auf Behindertenmobilen usw..usw.. und kommt als Wohltäter in die Blätter. Und wer sich dem in den Weg stellt bekommt den Sturm direkt ins Gesicht. „Wenns ihnen hier nicht passt, dann ziehen Sie doch weg!“ Selbst kritischen Potential wird geködert: Möbel-Krieger, der große Teile des Kinzigtales wie sein Vorgänger Möbel-Walther zuasphaltiert und seine Belegschaft aufs Übelste bei miserabelen Lohn- und Arbeitsbedingungen auspresst – macht seine Werbekampagnen immer kombiniert mit ethisch-sozialen Zwecken, sodass dann bei seinen Werbeaktionen z:b: die „Feuer-Zauber“-Formation „Sancto Petrolio“ auftritt, die zumindest einen linkssozial-evangelischen Anspruch plakatiert. Und das sind nur harmlose Beispiele. Die E-ON-Kampagnen für des Block 6 Staudinger, die FRAPORT-Kampagne für die Abholzung des Frankfurter Bannwaldes, für die Restlaufzeitverlängerung von Biblis usw… das alles überzieht uns und alle Parteien sind mit einbezogen und bestochen von oben bis unten … Mit Ausnahme der LINKEN, wenn man Mal von Berlin und einigen (nicht allen!!) OstKolonialStädten absieht, wo sie mit an der Regierung sind.

  4. Ihre Arbeit ist toll und eine weitere Gelegenheit, den Sumpf trocken zu legen und unseriöse PR-Praktiken öffentlich zu machen. Deshalb scheint es nicht unwichtig, dass auch die Kommunikations-Branchenpresse teils ausführlich über die Sache berichtet. Um nur die wichtigsten zu nennen: werben & verkaufen, Horizont, kress, turi2, Meedia und natürlich unser PR-Journal.

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