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Lesetip: Australiens Treibhausmafia

In einem sehr lesenwerten Artikel der Le Monde Diplomatique (Zugriff über die taz) werden die Aktivitäten der australischen „Greenhouse Mafia“ gegen die Treibhausgasreduktion beschrieben.

Bereits während der Regierungszeit des letzten Premierministers John Howards bestanden demnach enge Beziehungen zwischen der Regierung und dem Australian Industry Greenhouse Network AIGN – Ein Netzwerk bestehend aus Think Tanks, Beratern, Managern aus Unternehmen, die von fossilien Energieträgern abhängig sind sowie ehemaligen und derzeitigen „Staatsdienern“. Australien gewinnt seinen Strom überwiegend aus Kohlekraftwerken.

Laut Bericht unterhielt AIGN zu mindestens 8 Regierungsmitgliedern, inklusive der Vorsitzenden des Umweltausschusses, engen Kontakt. Kampagnen zum Klimawandel wurden im Sinne der Kohleindustrie zurecht gebogen. Sie vermittelten nicht nur ein verzerrtes Bild über die klimapolitischen Aktivitäten der Regierung, sondern zeichneten auch ein falsches Bild über die Folgen der Treibhausgasreduktion für die Wirtschaft (- dass dies kein rein australisches Phänomen ist, lesen Sie im Interview mit Klimaexperte Hans Joachim Schellnhuber (Die Zeit)). Institute, die im Zuge von Privatisierungen durch die AIGN mitfinanziert wurden, lieferten der Regierung Studien, welche letztlich als Grundlage und Rechtfertigung für das klimapolitische Handeln dienten. Diese Hintergründe wurden eher zufällig durch den Redenschreiber des damaligen Umweltministers aufgedeckt. Für seine Dissertation interviewte er die „Greenhouse Mafia“, wie sich die Mitglieder der AIGN selbst nennen, die ihm offenherzig berichteten.

In den seit 2007 amtierenden Premier Kevin Rudd hatte man zunächst große Hoffnungen gesetzt: als erste Amtshandlung unterzeichnete er im Dezember 2007 das Kyoto-Protokoll. Seit dem ist nicht viel mehr geschehen – bis auf den Kongress „Australia 2020“. 100 geladene Gäste diskutierten hinter verschlossenen Türen, davon die überwiegende Mehrheit Lobbyisten einschlägiger Industrien. Umweltschützer und renommierte Experten waren kaum bzw. gar nicht eingeladen.

Lesen Sie hier den Artikel.
Zu Klimaskeptikern in Deutschland können Sie hier einen schon etwas älteren Beitrag (von 2007) von uns lesen.

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