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Neue Welle des Grünfärbens – und der Desinformation

LobbyControl präsentiert heute eine Kurzstudie über „Greenwash in Zeiten des Klimawandels“. Die Studie zeigt eine neue Welle des Grünfärbens: praktisch alle großen Energieversorger und Ölkonzerne haben im Jahr 2007 umfangreiche grüne Imagewerbung betrieben. Die ökologischen Leistungen der Unternehmen werden dabei systematisch übertrieben und positiv verzerrt dargestellt. Diese Art der Imagewerbung ist eine gezielte Desinformation der Bürgerinnen und Bürger – selbst wenn nicht jedes ökologische Projekt von vornherein als Greenwash gesehen werden sollte.

Greenwash-Kampagnen 2007
Die Kurzstudie erläutert die Hintergründe und Strategien der neuen grünen Imagewerbung und beleuchtet exemplarisch eine Reihe von deutschen Greenwash-Kampagnen aus dem Jahr 2007. So versuchte das Deutsche Atomforum, alte Kraftwerke zu „ungeliebten Klimaschützern“ zu stilisieren. Der Ölkonzern Shell warb mit Blumen, die aus Schornsteinen aufstiegen, und die großen Energieversorger wie E.ON oder Vattenfall werben mit zukünftigen emissionsfreien Kraftwerken, während sie zahlreiche neue Kohlekraftwerke bauen.

Greenwash-Kampagnen sollten immer der Anlass sein, sich alternative, kritische Informationen zu besorgen. Das ist der erste Schritt, um die Strategie hinter der Grünfärberei zu durchkreuzen. Darüber hinaus gebe es weitere Möglichkeiten, wie die Beschwerde beim Werberat oder das Anprangern von Greenwash-Kampagen.

Der Worst EU Greenwash Award!
In diesem Sinne verleiht LobbyControl dieses Jahr zusammen mit drei europäischen Partnern im Rahmen der „Worst EU Lobbying“ Awards einen Sonderpreis für das übelste Greenwash in Europa. Nominiert sind Airbus, der Rüstungskonzern BAE Systems, das Deutsche Atomforum und die Ölkonzerne ExxonMobil und Shell. Noch bis Dienstagabend 24:00 Uhr können Bürgerinnen und Bürger online unter www.worstlobby.eu/2007 über die Gewinner abstimmen. Die Preisverleihung findet am 4. Dezember in Brüssel statt.

Hier finden Sie die komplette Studie mit zahlreichen Abbildungen.

Autor: Ulrich Müller

geschäftsführender Vorstand von LobbyControl

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