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Streit ums Nachtflugverbot in Frankfurt

Mit seiner Aussage, 15 Flüge pro Nacht seien vertretbar, hat der Vorsitzende des regionalen Dialogforums (RDF) Prof. Dr. Wörner der Debatte um das Nachtflugverbot in Frankfurt neuen Antrieb gegeben, wie die FR am Wochenende berichtete. Dass er gerade die Zahl 15 nennt, hält die FR nicht für einen Zufall: Es ist exakt die Zahl von Flügen, die Lufthansa Cargo zurzeit zwischen 23 und 5 Uhr benötigt. Herr Wörner hat zudem gute Kontakte zum Flughafenbetreiber Fraport AG. Zusammen mit dessen Vorstandsvorsitzenden Dr. Wilhelm Bender sitzt er im Beirat der von Fraport gegründeten Erich Becker Stiftung. Die Bürgerinitiative Deutscher Fluglärmdienst e.V. (DFLD) hatte bereits am 2.Mai wegen mannigfaltiger „Verknüpfungen zwischen Technischer Universität Darmstadt (TUD), dem hessischen Wirtschaftsministerium, der Fraport AG und der Luftfahrtindustrie“ seinen Rücktritt als Vorsitzender des RDF gefordert.

Ministerpräsident Koch, der über Jahre hinweg das Nachtflugverbot als Bedingung für den Ausbau des Flughafens versprochen hatte, übernimmt nun in der Debatte die Forderungen der Fluggesellschafts-Lobby – fast wörtlich.

Übrigens: ein Mitarbeiter der Fraport AG sitzt im Hessischen Verkehrsministerium und ist dort mit der Bewilligung von Nachtflügen betraut. Bezahlt wird er weiterhin von Fraport. 2006 wurden 97 Prozent der beantragten Nachtflüge genehmigt. Dieser und weitere Fälle finden sich in unserer Datenbank „Keine Lobbyisten in Ministerien.“

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