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NGOs verlangen Klarheit bei TTIP 2.0

Handel: CETA, TTIP, TiSA, JEFTA

Heute wird Phil Hogan als designierter Handelskommissar vor den Abgeordneten des Europäischen Parlaments Rede und Antwort stehen. Zu diesem Anlass richten wir gemeinsam mit zahlreichen anderen europäischen NGOs einen offenen Brief zu den laufenenden Verhandlungen zwischen der EU und den USA über ein „TTIP light“ an Herrn Hogan und Kommissionspräsidentin von der Leyen.

Wir haben Anlass zur Befürchtung, dass bei dem Abkommen weit über das hinaus verhandelt wird, was die Verhandlungsmandate abdecken. Das betrifft insbesondere die sogenannte „regulatorische Kooperation“. Dieser Mechanismus in Freihandelsverträgen ermöglicht es den Lobbyisten mächtiger Konzerne und Verbände, bestehende oder künftige Gesetzgebung zu attackieren, zu verlangsamen oder auszuhebeln, wenn durch neue Gesetze so genannte Handelshemmnisse aufgebaut werden, weil dann nicht mehr in beiden Ländern gleiche Standards gelten. Diese Möglichkeit für Unternehmen, in den Gesetzgebungsprozess einzugreifen, bevor Parlamente ihn überhaupt kennen, stellt eine große Gefahr dar – sowohl für bestehende Schutzniveaus von Produkten als auch für den demokratischen Prozess.

Angesichts der großen Intransparenz der Gespräche haben wir derzeit allerdings keine Möglichkeit zu übereprüfen, worüber genau die Kommission verhandelt. Deshalb fordern wir die Kommission dazu auf, eine angemessene Transparenz der Gespräche herzustellen und gefährliche Bestimmungen wie die regulatorische Kooperation von diesem Gesprächen auszuschließen – im Einklang mit den Mandaten, die ihr erteilt wurden und mit dem Allgemeinwohl, das zu schützen sie verpflichtet ist.

Wir hoffen, dass die Abgeordneten heute im Ausschuss unsere Sorgen aufgreifen und dem zukünftigen Handelskommissar deutliche Fragen dazu stellen. Wir bleiben für Sie dran.

Weitere Infos:

Offener Brief der Zivilgesellschaft an die EU-Kommission (englisch)

Vollständige Pressemitteilung (englisch)

Laura Große

Autor: Laura Große

Jahrgang 1989, arbeitet bei LobbyControl im Bereich Handelspolitik.

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Es ist immer das Gleiche. Die mächtigen Konzerne und Unternehmern wollen die Standards (auf allen) Ebenen nach unten Korrigieren.
    Deswegen ist es unabdingbar die Arbeitnehmerrechte , Umweltstandards und die Kontrolle der gesamten Handelskette ( vom Produzenten bis zum Verbraucher) zu schützen..
    Jede „Mauschelei“ zwischen EU -Kommissionen und Konzernlobbiisten muss transparent gemacht werden. Ich fordere die Abgeordneten auf, dies sicherzustellen.

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