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Debatte um Skandal-Agentur Berlinpolis in NRW

Berlinpolis-Chef Daniel Dettling lässt sein Amt als sogenannter Clustermanager in NRW bis auf weiteres ruhen, um die „im Ansatz bereits überaus erfolgreiche Arbeit des Clustermanagements nicht mit unnötigen öffentlichen Diskussionen um seine Person zu belasten.“ Der Großauftrag des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministeriums an die Skandal-Agentur Berlinpolis kommt zunehmend in die Kritik.

Die vom Deutschen PR-Rat für verdeckte Lobbyarbeit gerügte Agentur ist mit einem 1,8 Millionen Euro Auftrag für das Clustermanagement Kultur- und Kreativwirtschaft in NRW verantwortlich. Der Auftrag wurde vergeben, nachdem LobbyControl die verdeckte Kampagne von Berlinpolis für die Deutsche Bahn bereits aufgedeckt hatte. Wir hatten deshalb diese Auftragsvergabe schon früh kritisiert. Letzte Woche gab das Wirtschaftsministerium in einer Pressemitteilung Dettlings Rückzug bekannt. Für seine Agentur Berlinpolis hat dies allerdings keine Auswirkungen. Die Agentur werde laut Pressemitteilung „alle vertraglichen Verpflichtungen weiterhin in vollem Umfang erfüllen“ und bleibt offensichtlich vom Wirtschaftsministerium für das Clustermanagement beauftragt. Das zeigt, wie wenig konsequent dieser Schritt in Wirklichkeit ist.

Auch bei der Opposition im Düsseldorfer Landtag wird die Verbindung von Daniel Dettling zum Wirtschaftsministerium kritisch gesehen. Die Grünen fragten in einer Anfrage im September, ob „Ministerin Thoben mit der Berufung von Dr. Daniel Dettling wirklich eine gute Wahl getroffen“ habe oder ob sie „einem Wiederholungstäter aufgesessen“ sei (pdf). Die SPD fordert nun die Wirtschaftsministerin auf, Berlinpolis den Millionenauftrag wieder zu entziehen und neu auszuschreiben. Der Rückzug Dettlings scheint die öffentliche Debatte eher anzufeuern – auch in den Medien. Die WAZ brachte dazu gestern einen Bericht, der allerdings nicht online steht.

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