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Christiansen vom Feinsten

Mit der Besetzung der gestrigen Sendung ist Sabine Christiansen mal wieder ein besonderer Wurf gelungen. Über die Frage „Wie sozial ist die globale Wirtschaft?“ durften folgende fünf Männer diskutieren:

  • Jeffrey R. Immelt, Vorstandsvorsitzender General Electric
  • Hubert Burda, Vorstandsvorsitzender Hubert Burda Media
  • Ron Sommer, Globaler Manager und Aufsichtsrat, Ex-Telekom-Boss
  • Uwe Hück, Konzernbetriebsratsvorsitzender Porsche
  • Jürgen Rüttgers, Ministerpräsident von NRW (CDU)

Also drei Manager bzw. Unternehmer, ein Gewerkschafts- und ein Unionsvertreter. Die Produktionsfirma TV21 würde wohl sagen, dass Herr Rüttgers zu den Verteidigern der „sozialen Marktwirtschaft“ innerhalb der Union gehöre und Herr Burda sich auch zur gesellschaftlichen Verantwortung der Unternehmer bekenne. Das mag stimmen – aber es sie bewegen sich trotzdem im Rahmen von Unternehmens- und CDU-Positionen. Die Unausgewogenheit bleibt.

Wieder einmal fehlen andere gesellschaftliche Interessen, wie wir schon in unserer Studie „Sabine Christiansen – Schaubühne der Einflussreichen und Meinungsmacher“ über die Gäste-Auswahl von Januar 2005 bis Juni 2006 gezeigt haben. Man könnte erwarten, dass zu einem Thema wie „Wie sozial ist die globale Wirtschaft?“ auch gesellschaftliche Gruppen, Organisationen oder Experten eingeladen werden, die sich mit sozialen Fragen oder der Globalisierung auseinandersetzen. Pustekuchen. Außerdem fehlen – wie meistens – Frauen. Von Januar 2005 bis Juni 2006 wurde gerade mal 12,2 Prozent der Auftritte von Frauen bestritten (44 von 362 Auftritten).

„Sabine Christiansen“ und die Nachfolgesendung ab nächsten Jahr haben dringend eine neue Ausrichtung nötig. LobbyControl fordert insbesondere, die Verzerrung des Gäste- und Themenspektrums sowie die Intransparenz der Interessenverflechtungen der Gäste zu beenden.

> Mehr zu unserer Studie hier.

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