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Sabine Christiansen – Schaubühne der Einflussreichen und Meinungsmacher

Die Studie mit dem Titel „Schaubühne für die Einflussreichen und Meinungsmacher – Der neoliberal geprägte Reformdiskurs bei ‚Sabine Christiansen’“ liefert eine umfangreiche Analyse der Zusammensetzung der Gäste und Themen der Sendungen von Januar 2005 bis Juni 2006.

> Neu: Die komplette Studie frei als pdf (535 kb).

 

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Die wesentlichen Kritikpunkte der Studie:

1) Elitäres und einseitiges Gästespektrum: Die Sendung klammert weite Bereiche der Gesellschaft aus. Politik ist in der Talkshow primär Parteipolitik. Dabei wird zwar innerhalb der geladenen Politikerinnen und Politiker auf den Proporz geachtet, dies gilt aber nicht für die übrigen Gäste. Vertreter von Unternehmen und Wirtschaftsverbänden sind bevorzugt, während Gewerkschaften oder Sozialverbände unterrepräsentiert sind. Andere Akteure wie Verbraucherorganisationen, Nichtregierungsorganisationen aller Art oder gar Bürgerinitiativen tauchen in der Runde der Talkshow nicht auf.

2) Einseitiges Themenspektrum: Im Zentrum stehen wirtschaftliche und sozialstaatliche Reformen, Parteipolitik, Innere Sicherheit und aktuelle Großereignisse und Katastrophen. Andere Themen und Perspektiven kommen zu kurz.

3) Neoliberal geprägter Reformdiskurs: In den Sendungen über wirtschaftliche und sozialstaatliche Reformen überwiegen unternehmensnahe und marktliberale Positionen. Hier findet sich ein systematisch „verzerrter Pluralismus“: Es kommen zwar (innerhalb des beschränkten Gästespektrums) verschiedene Stimmen zu Wort, aber insgesamt haben die Sendungen eine deutliche Schlagseite zu neoliberal geprägten Positionen.

4) Mangelnde Transparenz: Die Priorität für neoliberale Positionen wird verborgen, indem ihre Vertreter neutral und sachlich als „Experten“ vorgestellt werden. Kritische Positionen werden demgegenüber vorsorglich ideologisch eingestuft. Der einzige Wissenschaftler mit einer dem Neoliberalismus gegenüber kritischen Position, der in den Reformsendungen zu Wort kommt, wird als „linker Ökonom“ vorgestellt. Die ideologische Verortung der anderen Ökonomen oder Verflechtungen der Gäste mit Kampagnen wie der INSM und des Konvents für Deutschland werden hingegen nicht offen gelegt.