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Die Lobbykratie-Medaille 2011

Lobbykratie bedeutet, dass der Lobbyismus in der heutigen Form eine Gefahr für die Demokratie geworden ist. Darauf will LobbyControl mit der erstmaligen Verleihung der Lobbykratie-Medaille aufmerksam machen, dem Negativpreis für undemokratische Lobbyarbeit.

Die Abstimmung ist beendet. Und die Gewinner sind … Deutsche Bank und Josef Ackermann! Mit 44 Prozent der abgegebenen 5599 Stimmen haben sie deutlich gewonnen. Der zweite Platz ging an die Deutsche Vermögensberatung AG, der dritte an RWE und die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe.

Wir haben den Preis am 7. Dezember vor der Deutschen Bank-Vertretung in Berlin verliehen. Hier ist der Bericht mit der Reaktion der Deutschen Bank, hier weitere Fotos von der Aktion.

Das Endergebnis und alle Kandidaten im Überblick:

Quelle: www.deutschebank.de

Platz 1: Deutsche Bank & Josef Ackermann als Vorsitzender des Institute of International Finance (IIF): nominiert, weil sie über einen privilegierten Zugang die günstigen Konditionen für die Finanzbranche bei der Griechenland-Rettung prägten und sich zugleich nach außen irreführend als hart getrof­fen darstellten. Vollständige Nominierung – Platz 1 mit 2469 Stimmen (44,1%)

Quelle: www.dvag.com

Platz 2: Deutsche Vermögensberatung AG: Nominiert für die Lobbykratie-Medaille, weil sie PR-Texte als seriöses Lehrmaterial vermarktet und so Lobbyarbeit aus den Parlamenten in die Schulen verlagert. Vollständige Nominierung – Platz 2 mit 1182 Stimmen (21,1%)

Quelle: www.www.bgr.bund.de, www.rwe.de

Platz 3: RWE & Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe: Nominiert, weil das Energierunternehmen RWE zwei Mitarbeiterstellen in einem Forschungsprojekt der Bundesanstalt finanziert hat, welches Vorschläge für ein verbindliches Regelwerk zum Einsatz der CCS-Technologie in Deutschland erarbeiten sollte. Vollständige Nominierung – Platz 3 mit 820 Stimmen (14,6%)

Quelle: http://www.gauselmann.de

Platz 4: Gauselmann AG: Nominiert, weil die Spielautomaten-Firma es geschafft hat, über eine Million Euro an Parteien zu überweisen, ohne in den Rechenschaftsberichten die­ser Parteien aufzutauchen. Vollständige Nominierung – Platz 4 mit 628 Stimmen (11,2%)

Quelle: www.buendnis-meine-wahl.de

Platz 5: Bundesverband Medizintechnologie & Agentur Weber Shandwick: Nominiert, weil sie Patientenvertretungen für eine vermeintliche Graswurzelkampagne instrumentali­siert hat, um erfolgreich die Umsetzung einer Reform der Versorgung mit medizini­schen Hilfsmitteln zu verhindern. Vollständige Nominierung – Platz 5 mit 500Stimmen (8,9%)

Hintergrund: Was ist die Lobbykratie-Medaille?

Mit der Lobbykratie-Me­daille wollen wir irreführende oder undemokratische Lobbyarbeit ins Rampenlicht rücken. Wir wollen nicht hinnehmen, dass die Politik immer stärker durch irreführende Methoden, problematische Verflechtungen und das Übergewicht finanzstarker Lobbyis­ten verzerrt wird. Die Kandidaten stehen bei­spielhaft für verschiedene Formen undemokratischer Lobbyarbeit. Dabei geht es nicht nur um den größten Aufreger, sondern auch um Themen, die sonst nicht genügend Aufmerksamkeit erhalten.

Vorbild der deutschen Lobbykratie-Medaille ist der Brüsseler „Worst EU Lobbying Award“, den LobbyControl in den letzten Jahren mit mehreren europäischen Nichtregierungsorganisationen zusammen vergab. Weitere Informationen zur Lobbykratie-Medaille.