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Aktion: Lobbyismus an Schulen zurückdrängen! Unterzeichnen Sie jetzt unseren offenen Brief an die Bildungsminister

Lobbyismus an Schulen

Lobbyismus macht auch vor dem Klassenzimmer nicht halt. Lobbyisten erstellen Unterrichtsmaterialien, veranstalten Schulwettbewerbe oder bilden Lehrer fort. Schülerinnen und Schüler werden so zum Ziel von Meinungsmache und Manipulation.

Wir haben untersucht, mit welchen Methoden Lobbyisten Einfluss auf den Unterricht nehmen und welche Motive dahinter stecken. Das Ergebnis haben wir in unserem Diskussionspapier „Lobbyismus an Schulen“ veröffentlicht. Es zeigt: Die Einflussnahme auf Kinder und Jugendliche wird professionell organisiert und ist Teil langfristiger und umfassender Lobbystrategien.

In einem offenen Brief haben wir die Bildungsminister und -ministerinnen der Länder aufgefordert, gegen Meinungsmache und Lobbyismus an Schulen aktiv zu werden. Wir übergeben die knapp 9.500 Unterschriften heute an Stephan Dorgerloh, Präsident der Kultusministerkonferenz.

Unser offener Brief im Wortlaut

Sehr geehrte Frau Ministerin, sehr geehrter Herr Minister,

Lobbyisten haben die Schulen als Handlungsfeld für sich entdeckt. In den vergangenen Jahren hat die Einflussnahme von Unternehmen und Verbänden auf den Unterricht zugenommen und wird professionell organisiert. Den Akteuren geht es nicht um Bildung, sondern um Meinungsmache und Marketing. Als zukünftige Wähler und Konsumenten sind Kinder und Jugendliche zum Ziel langfristiger und umfassender Lobbystrategien geworden. Die Politik muss dieses Problem endlich erkennen und dagegen aktiv werden.

Wir fordern Sie als Bildungsministerin und -minister auf, das Problem der Einflussnahme von Lobbyisten an Schulen anzugehen und Maßnahmen gegen Meinungsmache und Marketing im Unterricht zu ergreifen.

  • Richten Sie eine Monitoringstelle ein, bei der Lehrkräfte, Schüler oder Eltern auffälliges Material prüfen lassen können und die einen Leitfaden zum kritischen Umgang mit externem Material herausgibt.
  • Schaffen Sie Regeln für die Offenlegung der Finanzierung von externen Schulmaterialien.
  • Sorgen Sie für ein umfassendes Werbeverbot an Schulen.

 

Hintergrund zur Aktion
In unserem neuen Diskussionspapier „Lobbyismus an Schulen“ finden Sie Hintergrundinformationen, viele Beispiele und konkrete Handlungsempfehlungen – auch für Lehrerinnen und Lehrer, Schüler und Schülerinnen und Eltern. Eine Zusammenfassung der Inhalte können Sie hier lesen und den kompletten Text als PDF hier herunterladen. Sie können die Studie auch als gedrucktes Exemplar bestellen ohne den offenen Brief zu unterzeichnen.

Felix Duffy

Autor: Felix Duffy

Studierte in Bonn Politische Wissenschaft, Osteuropäische Geschichte und Slavistik. Seit 2011 arbeitet er bei LobbyControl. @flxdffy

166 Kommentare

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    Unbedingt sollte man dem senilen Greis Schäuble mit seiner EURO- Werbung an den Schulen bremsen ! Füe die kleinen Mäuse ist kein Geld da und jetzt soll den Kindern auch noch klargemacht werden, daß der EURO gut ist. So etwas nenne ich Meinungsmanipulation.

    Man sollte verhindern, daß der alte Mann sein widerwärtiges Gift verspritzen kann und jeden Lehrer verklagen, der politischen Müll in der Schule anbringt.

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    Man sollte zudem auch mal über die Lobby „Kirche“ nachdenken und deren zwangsmäßiger Einführung in unseren Schulen und Kindereinrichtungen sowie deren diskriminierende Personalauswahl angesichts hoher Arbeitslosenzahlen gerade im sozialen Bereich. Ein Personalproporz ist längst nicht mehr angemessen.

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      Kirche
      Es ist ein Schande für einen Erzieher, junge Menschen so gegen die Kirche aufzuhetzen.
      Sie haben im Ethikunterrichts wohl geschlafen

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        Glaube und Religion sind Privatsache. Das hat in der Schule nichts verloren. Konfessioneller Religionsunterricht gehört abgeschafft. Meinetwegen kann es ja Ethik für alle geben, oder in höheren Klassen Philosophie. Aber dann auch keine 3 Stunden die Woche. Da gibt es wichtigeres.

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        1. Ich habe bei Erzieher keine „Hetze“ gesehen – haben sie da etwas falsch verstanden ?
        2. Zu meiner Schulzeit gab es keinen Ethikunterricht, nur „Religion“.
        3. … und für alles weitere stimme ich jedem Wort des „Homo-Bavaricus“ zu !

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    Mit einer solchen Art von Bildungs-Lobbyismus züchtet man sich unkritische Hochleistungskunden heran. Ein weiterer Auswuchs des allseits beliebten Mottos: „Wachstum um jeden Preis!“

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    Wir Eltern haben kaum noch Einfluss auf unsere Kinder, weil alles was der Wirtschaft und dem Staat dient, schon in Schulen, wie in der Werbung verschönt dargestellt wird. Angefangen bei der Bundeswehr, bis zum gnadenlosen Kampf um irgendwelche Handy- Internet und sonstige Verträge. Unserere Kinder werden in Schulden gestürtzt, den Eltern wird angelastet, die Kinder nicht richtig geleitet zu haben. Wir haben dank der neuen Medien und Propaganda ab er keine Chance. Das ist Lobbyismus pur!

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    Lobbyismus an Schulen ist Missbrauch!
    Es gibt überhaupt keinen Grund, darüber zu debattieren – solche Aktivitäten müssen sofort und kompromisslos unterbunden werden. Ohne wenn und aber!

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    Jaaaa, stoppt endlich auch den geistigen Kindesmissbrauch!!!

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    Wichtig wäre mir, wie auf faire Weise den SchülerInnen die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben vermittelt wird. Dass gemeinnützige Vereine z. B. Nachwuchs brauchen, ist klar. Hier sind klare Kriterien nötig. Auch ist auflockernd, wenn externe Leute den Unterrichtsstoff mit dem „Leben“ verbinden. Hier muss es Regeln geben sowie Qualitätsmerkmale. Wirtschaftliche oder politische Beeinflussung geht nicht. Aber Sensibilisierung für gesellschaftliche Themen finde ich schon gut.

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    wenn in einem Land wie dem unsrigen die Bildung und das Gesundheitswesen schon den Gesetzen der Marktwirtschaft unterordnet werden, dann muss das zum Nachteil der Gesellschaft geschehen, zumal es keine Soziale Marktwirtschaft gibt oder besser gesagt nicht geben kann. Beides steht wie Feuer und Wasser zu einander und das Gesetz der Erstrebung von Maximalprofit steht der menschlichen Entwicklung völlig im Wege.
    Auch die Absicht nicht nur der EU sondern auch einer ganzen Reihe und Politikern besonders aus der FDP, dass Trinkwasser zu privatisieren ist ein Vergehen oder gar ein Verbrechen an die Rechte der Bürger.

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    Unser Bildungssystem verkommt zu einer vorbetrieblichen Ausbildungsstätte. Bildung, d.h eigenständiges Denken und Handeln auf der Grundlage vielfältiger und immer wieder kritischer Informationen (und Kultur), scheint darin nicht gewollt zu sein. Das Ergebnis sind eines Tages uniforme und ängstlich angepasste Berufsidioten. Nordkorea?

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    Es ist einfach verwerflich, wie Wissen und Macht subversiv gegen das gesamte Volk genutzt werden. In die Schulen gehören nur Sachthemen, keine von wirtschaftlichen Interessen geleiteten Informationen.

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    da wird eine Generation Mensch in staatlichen Anstalten herangezüchtet, der kaum mehr was infrage stellt und an die Unfehlbarkeit des Kapitals zu glauben hat.

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    Lobbyismus in verpflichtenden Bildungseinrichtungen ist Mißbrauch der SchülerInnen !

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    ich finde auch, daß das ganze Marketing an allen Schulen strikt verboten werden muß genauso gehört der Sexualunterricht raus aus den Schulen, die versauen die Kinder schon ab der 1.Klasse

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      Was hat Sexualität damit zu tun? Und auch wenn es off-topig ist:

      Was macht es für einen Unterschied, wann Kinder/Jugendliche „versaut“ werden? Gerade diese Einstellung zu Sexualität, sie ist etwas „Schmutziges“ und daraus so ein Brimborium mit all der Geheimnistuerei und Rumtruxserei zu machen produziert Neurosen und schlimmstenfalls auch Sexual-Straftäter. Darum gehört Aufklärung an die Schule, erst Recht, weil viele Eltern das selber nicht schaffen.

      Ich empfehle mal „Ursprung der Familie“ von Friedrich Engels zu lesen. Woher kommt die Scham überhaupt und wozu dient sie. Du wirst Dich wundern, wie aktuell das ist. Und das hat dann doch wieder was mit unserem totalitären neoliberalen System zu tun, das eben Lobbyismus und Marketing an Schulen zuläßt um das ewige Absahnen sicher zu stellen.

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    An meiner Schule (Realschule im Kreis BB) besteht eine Bildungspartnerschaft mit der Kreissparkasse, die von zwei Kolleginnen eingefädelt wurde. Da ich zufällig in einer der Referentenstunde Aufsicht hatte, habe ich mitgekriegt, dass den Neuntklässlern das Zinsrechnen erklärt wurde und zwar am Beispiel eines Porsche (Neupreis 84.000 € ohne Extras) im bunten Prospekt für die Schüler S. 16). Im Prospekt fanden sich weitere manipulative Punkte (z.B. die Bezeichnung „Kleinkredite“ bis 50.000 € !!).
    Nach meiner Intervention wurde das Skript aus dem Verkehr gezogen. Das Prospekt wurde zuvor weder von den betreuenden Kolleginnen noch von der Schulleitung geprüft.
    Die GLK hat allerdings leider mehrheitlich dafür gestimmt, dass Zinsrechnen von Sparkassenvertretern weiterhin im Programm bleibt.

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      Zinsrechnen gehört nicht zu den sehr anspruchsvollen Lehrinhalten, die den Einsatz außerschulischer „Experten“ erfordern könnten. Zudem verfügen Wirtschaftsvertreter wie im Falle der Sparkassenmitarbeiter nicht über des methodisch-didaktische Rüstzeug, um überhaupt Unterricht abhalten zu können. Bleibt mithin also nur die leicht zu durchachauende Absicht, Kundenwerbung mit Kindern zu betreiben. M.E. muss man dringend per Gesetz Wirtschaftsvertreter aus den Schulen verbannen. Gleiches gilt natürlich für die Bundeswehr!

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      die Banken sollten lieber ihre eigenen Mitarbeiter das Zins Rechnen beibringen, wenn der PC streikt wissen viele
      nicht, wie es geht… (selbst erlebt)

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    Auch die Jägerschaft übt – beginnend im Kindergarten – mir ihrem Projekt „Lernort Natur“ massiven Einfluss aus, mit dem Ziel, jägerfreundlichen Nachwuchs heranzuziehen.

    Titel eines Jäger-Seminars, 2007: „Die Lernort Natur-Initiative als das PR-Mittel für eine gelungene Öffentlichkeitsarbeit der Jagdverbände“

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    um einiges glaubwürdiger sind Eltern, wenn sie sich nicht Werbung – zB im Fernsehen – reinziehen!
    Vielleicht müssen sie sich dann etwas Lebensnahe und Interessantes für die Kinder einfallen lassen, vielleicht sogar mit ihnen gemeinsam lesen? Oder gemeinsam malen oder oder oder …

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    (Dem neoliberalen Kapitalismus) Der neoliberal-kapitalistischen Marktwirtschaft ist die kampfhafte Suche nach neuen Märkten systemimmanent. Profit ist der Motor des Kapitalismus, entstanden aus Eigennutz und Wettbewerb. Immer mehr Menschen wird aber bewusst, dass die zentralen Versprechen der neoliberal-kapitalistischen Marktwirtschaft: Wohlstand für alle, Freiheit und Glück gar nicht eingelöst werden wollen. Um es mit Sahra Wagenknecht zu sagen: „Der Kapitalismus ist alt, krank und unproduktiv geworden. Wir sollten unsere Intelligenz und Phantasie nicht länger auf die Frage verschwenden, wie wir den Kapitalismus wieder jung, gesund und produktiv machen können. Viel dringender ist eine gesellschaftliche Debatte darüber, wie wir eine Zukunft jenseits des Kapitalismus gestalten können.“ Die neoliberalen Lobbyisten erlauben den Kindern und Erwachsenen nur das zu lernen, was sie ausgewählt haben, nicht das was die Kinder lernen sollten, um die Zukunft in Frieden und Solidarität zu gestalten.

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      Alles, was freies und selbständiges Denken behindert – Lobbyismus gehört zweifellos dazu –, ist meines Erachtens schädlich. Es bereitet den Weg für Manipulation. Kinder und Jugendliche, die ja eigenverantwortliches Denken erst lernen oder bestenfalls verteidigen lernen sollen, müssen also besonders geschützt werden. Lobbyismus an Schulen bedeutet für mich eine schleichende Refeudalisierung und paßt zu den Leuten, die zuerst das Solidarprinzip kaputt geredet haben und sich jetzt an die demokratischen Strukturen von Gesellschaft machen – wobei die umfassende Kommerzialisierung und Ökonomisierung aller Lebensbereiche heimtückischer ist, als es die feudalen Verhältnisse waren, weil schwerer zu greifen. Im übrigen: Medien, zu denen ich in diesem Zusammenhang auch das Bildungssystem zähle, sind Herrschaftsinstrument – zwangsläufig. Deshalb sollte sich die Politik ihrer eigentlichen Aufgabe besinnen und dem Kommerz und der Ökonomie nicht das Feld räumen, sondern sie in ihre ursprünglichen Schranken weisen, was innerhalb des bestehenden Systems vermutlich nicht möglich ist.

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        Besser und kürzer kann man es eigentlich sagen, bis auf einen gewissen Fatalismus. Wenn die Wähler es wollen, dann muss die Politik zurückrudern!

  18. Avatar

    Seeeeehr wertvolle und wichtige Aktion gegen die schon verbrecherisch zu nennenden Aktionen der Wirtschaftsverbände und der kooperierenden Bundesregierung , unsere Kinder zu INDOKTRNIEREN!! FRAU MERKELS Osterfahrung kommt zur Wirkung, wie wir ja jetzt aus den neusten Bucherscheinungen über ihre Vorgeschichte wissen- !! DANKE, dass diese Aktion diesen GEISTIGEN KINDESMISSBRAUCH bekämpft!!
    Herzliche Grüsse und weiter so!!!
    Hans Grunwald
    Vorstand Pressesprecher
    http://www.kinderlobby-deutschland.de

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      es gibt auch was was sehr gut schützen kann vor allgemeiner Meinungsmache!

      www. nachdenkseiten.de

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    Wenn alle in Deutschland produktiven Unternehmen ihre gerechten Steuern zahlen würden, könnten die Schulen auch ordentlich ausgestattet werden. Da diese Regierung mit Steuergeschenken für Konzerne nur so so um sich wirft, wird sie im Herbst am besten mit den neuen Besen hinausgekehrt.

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    Traurig das man in einem der reichsten Länder der Welt etwas gegen den Ausverkauf des Bildungssektors tun muss. Schäm dich Bundesregierung!

  21. Avatar

    Und wieder stellt sich die Frage nach „gutem“ und „schlechtem“ Lobbyismus. Was ist in Schulen ohne, was mit Lobbyismus möglich? Ähnlich einem Stifter, entscheidet der Geldgeber, was am Ende passiert. Allerdings sollte in sensiblen Bereichen wie dem Bildungssektor eine Kontrollinstanz zwischen „Investor“ und Einrichtung geschaltet werden. Das schöbe nicht koscheren Auswüchsen einen Riegel vor.

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      Als ich auf der Schule war (So vor ca 8-9 Jahren) hat auch alles ohne Lobbyismus funktioniert. Ich hatte nicht das Gefühl, dass Lehrer von Firmen beeinflusst waren.
      Genauso wie ein Lehrer keine politische Meinung oder Parteizugehörigkeit sowie Religion vertreten darf, sollte er auch keine Werbung oder Lobbypropaganda verbreiten dürfen!

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    Gilt das auch für Greenpeace/WWF/Nabu/Gewerkschaften, oder ist das hier in wahrheit einfach nur gegen Industrie statt gegen Lobbyismus? Ich finde die Überwachung der Lobby wichtig, aber seit dem ich gesehen habe welchen Spin die Seite „Lobbyverzeichnis“ hat, (Greenpeace: 0 Treffer, kein einziger Mitarbeiter aufgeführt) bin ich da arg skeptisch.
    Es gibt Kreise die machen von der Aussage abhängig ob sie legitim ist, nicht von dem erzielten Interesse. Und der Wahrheitsgehalt der Aussagen von z.B. Greenpeace ist auch so hoch wie z.B. von Gesamtmetall.

    Am ende würde ich mit meiner Unterschrift unterstützen das Greenpeace in Schulen sagen darf wie wie wichtig Windräder sind, aber von der Wirtschaft keiner sagen darf wie wichtig ein nicht allzu hoher Strompreis ist. Es wäre dann mehr spin, nicht weniger.

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    Diese Art der Einflussnahme ist die Ausweitung bzw. Fortführung der monopolistisch anmutenden Einflussnahme durch Aktuere aus der Wirtschaft auf die Schulpolitik bzw. Unterrichtsentwicklung, und zwar der OECD, des PISA-Konsortiums, der Bertelmannstiftung u.a. Wer helfen will, diesem Gebaren ein Ende zu setzen, sollte auch den „Marburger Bildungsaufruf“ bei openPetition unterzeichnen. Zu empfehlen ist in diesem Zusammenhang auch insbesondere die hompage der GBW (Gesellschaft für Bildung und Wissen), die sehr viel Hintergrund- bzw. Aufklärungsmaterial bereithält.

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    ich unterschreibe die Proteste und Forderungen

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    Ich kann mich noch sehr gut an meinen Sozialkunde und Ethik Unterricht erinnern, in denen die Lehrer systematisch versucht haben den Jugendlichen jeglichen erwerbsorientierten Ehrgeiz als zutiefst verwerflich darzustellen.
    Ich kann nicht erkennen, wieso es so ein Problem sein soll, wenn Leute, die gesetzeskonform Produkte und Dienstleistungen herstellen, die die Menschen freiwillig kaufen, im Unterricht die Zusammenhänge darstellen die ihr Handeln beeinflussen.
    So zu tun als würde die Abwesenheit von gesponserten Lehrmitteln die Schule quasi zur Propaganda freien Zone machen ist völlig lebensfremd

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      Hi, es geht doch nicht um die kleinen Marktteilnehmer – nein die großen Marktführer missbrauchen die Schule für noch mehr Marktanteil und das ist dann nicht o.K. Ob man es zulassen könnte im kleinen, ohne dass es dann entartet, kann ich nicht einschätzen, aber dann hätte ich prinzipiell auch keine Einwände.

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    Der Lobbyismus beginnt doch nicht erst in der Schule. In der Klinik und auch bei meinem Kinderarzt erhielt ich zur Begrüßung meines Kindes Geschenke vom „dafür steh ich mit meinem guten Namen“-Onkel. Während die WHO eine Mindeststilldauer von 6 Monaten empfiehlt wird einem hier, „nach neuestem Forschungsstand“, empfohlen ab 4 Monaten zufüttern. Diese Studien stammen aus England und auch britische Hebammenverbände verweisen auf eine wahrscheinliche Finanzierung seitens der dortigen Nahrungsmittelindustrie.

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    Lobbyisten haben im Bildungsbereich und allüberall nichts zu suchen.
    Lobbyisten haben Hartz 4 mit entworfen und in die Gesetzgebung eingebracht.

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      Das stimmt, allerdings sind die Lobbyisten nicht nur bei den Hartz-Gesetzen aktiv gewesen. Wie man immer wieder erfahren kann, werden fast alle Gesetzesvorlagen und -texte von Lobbyisten (sogar im Wortlaut) formuliert bzw. durch massive Beeinflussung der politischen Entscheidungsträger und der überforderten Bürokratie in ihrem Sinne gestaltet!
      Die Demokratie hat in Deutschland einen großen Teil ihrer „Macht“ der Lobby übertragen! Statt Demokratie herrscht in Deutschland immer mehr die Demokratur!

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      es lässt sich aber auch sachlicher heftig dagegen argumentieren ohne große Ideologie/Phrase…

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        Mag sein, aber der eine ist streng sachlich, der andere eher pathetisch. Das Problem liegt in der Sache: Neoliberalismus selbst ist eine Ideologie, und zwar von der schlimmsten Sorte, und die gehört keinesfalls in die Schulen.

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      … das ist eben die „marktkonforme Demokratie“, die Frau Merkel fordert und für die sie eintritt. Armes Deutschland. Armes Europa.

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    Lobbyisten sind Menschen, wie du und ich. Sie gingen ebenfalls mal zur Schule und haben höchst wahrscheinlich auch studiert. Es sind Menschen, die brav und artig alles gelernt haben was man ihnen aufgetischt hat. Sie sind ebenfalls Opfer von…
    Ja, von was?
    Es ist an der Zeit, dass sich jeder an seiner eigenen Nase fasst und die Missstände in sich selbst im direkten Umfeld mutig anschaut und aktiv wird.
    Geht zu den Schule, lasst die Ideen und Wünsche eurer Kinder und von euch selbst Wirklichkeit werden. Es geht darum etwas positives zu bewirken. Wenn wir alles nur in unserem Wunschvorstellungen verändern und nicht selbst aktiv werden und eigenmächtig jeden Tag ein wenig das Umfeld aufrütteln, kann sich nicht viel ändern.

    Werdet selbst aktiv !!!

  29. Avatar

    Derzeit gibt es in Baden-Württemberg den Pilot für die
    Gesamtschulen. Dabei treten bestimmte Verlage etc. als
    Sponsoren auf. Ich würde mir wünschen, dass es an dieser
    Stelle eine Aufsicht dazu gibt, wer da mit welchen Interessen
    als Sponsor agiert.

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    Ihre Aussage: „Die Einflussnahme auf Kinder und Jugendliche wird professionell organisiert und ist Teil langfristiger und umfassender Lobbystrategien.“ trifft auch auf die Kiesindustrie am Niederrhein zu, die bereits in Kindergarten mit ihren Image-Kampagnen startet – dagegen können unsere Gegeninformationen nur etwas ausrichten, wenn wir uns als Bürgerinitiativen miteinander vernetzen und stärken -daher mein Aufruf, unser „Isselburger Signal“ zu unterzeichnen und weiterzugeben.

    Mit herzlichem Dank
    Werner Brand
    – Vorsitzender der binationalen Bürgerinitiative Dinxperwick e.V.-

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    Wenn mann einen Baum fällen will … Ich empfehle zur Schonung unserer Kräfte die Axt an die Wurzel zu legen. Wenn ich mal das zunehmend schmückende Wort Systemisch verwenden darf und durch diese Brille den Blick auf das Finanzsystem lenken dürfte, und alle Systeme die damit verzahnt sind, so auch das Okonomiesystem, so fällt auf, dass die daraus hervor gegangenen Missverhältnisse und Unausgewogenheiten zwangsläufig sind. Alle sind wir Sklaven des Systems. Also systematisch handeln! sonst haut man sich das System auf dem man sitzt untern Hintern weg. Oder anders: Wirf nicht mit den Steinen,
    wir brauchen sie um ein Haus daraus zu bauen.

  32. Avatar

    Und dazu gehört auch ein Verbot von Pseudo- Weiterbildungsveranstaltungen für Lehrer, Erzieher und Kindergärtnerinnen, in denen diese als verlängerte Pharmareferenten geschult werden, um den Eltern bei jeder vermeintlichen Auffälligkeit Ritalin fürs Kind ans Herz zu legen.

  33. Avatar

    Das Übel an der Wurzel packen!
    Lobbyismus abschaffen
    > Privateigentum an Produktionsmittel abschaffen
    > Kapitalismus abschaffen.
    Eine Schule für alle – Bildung für alle!

  34. Avatar

    Auch schon jüngste Schüler werden über kleinere Aktionen/Geschenke zur Einschulung etc. geködert und durch Werbung in allen Medien massiv beeinflußt. Wer kennt nicht die „Markentreue“, Glaubenskämpfe um Produkte, Musik, Stile etc. und den damit verbundenen Konsumterror. Und selbst Religionen machen vor der Schule nicht halt. Illusorisch zu meinen Schule sei ein friedliches, freies Bildungsterrain.
    Dennoch ist jede Aktionen zu unterstützen, die subversives, subtiles – heißt für Schüler schwer zu durchschauendes – Lobbyistentum an Schulen verhindert. Dann lieber offene Aktionen wie Sponsoring, die auf einer bewußten und öffentlichen Entscheidung beruhen, die kritische Auseinandersetzung ermöglichen und Protestverhalten schulen – Schule soll auch auf „lebendige Demokratie“ vorbereiten!

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    Zu meiner Zeit wurde an Schulen noch über Werbebeinflussung aufgeklärt, Jahrgang 1957.

  36. Avatar

    Eine andere Welt ist möglich!

  37. Avatar

    Ich ärgere mich seit längerem über ein Projekt namens „Zeitung in der Schule“. Einen hervorragenden Artikel dazu gibt es unter

    http://www.donaufisch.de/suedwestpresse/ablasshandel/index.html

    Diesem Artikel ist nichts hinzuzufügen.

  38. Avatar

    Keine Bundeswehr in den Schulen zu lassen!
    Unsere Kinder lernen die Tötungsmaschine – BuWe – noch früh genug kennen.
    Spätestens wenn sie unsere Freiheit am Hindukusch oder sonstwo verteidigen sollen.

  39. Avatar

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    Freiheit in Forschung und Lehre sollte auch in unseren Schulen gelten.

    Lobbyisten untergraben wie in der Politik/EU unsere Rechte auf Freiheit und neutraler Meinungsbildung. Es ist schäbig Kinder und Jugendliche
    in ihren Entwicklungsphasen zu beeinflussen. Charakterbildung, Werteerziehung, Sozialverhalten, Förderung der individuellen Fähigkeiten
    und Wertschätzung des Individuums – Schüler – sind Priorität!
    Ebenso kann man die Lebens- und Lernfreude wecken durch praktisches Tun und Handeln um zu lernen Verantwortung zu übernehmen.
    Übernehmen auch wir Verantwortung für unser Handeln, dies geschieht
    wenn wir alle uns unserer Vorbildfunktion bewußt werden!

    Also Sie als Entscheider – nicht die Hand aufhalten – sondern an die
    Zukunft unserer Kinder denken!

  40. Avatar

    Ein guter Anfang…. stoppt die Schul-Lobbyisten.

    Dass sich unsere Politik quasi nur noch dem Willen der Lobbyisten unterwirft ist ja schon schockierend genug.
    Was Firmen wie McDonalds, RedBull (u.Ä.) an Aufwand betreiben (und in welcher Art) um sich unsere Jüngsten – den Markt der Zukunft – zu erschleichen grenzt ja schon an Menschenverachtung.

    Es ist wirklich zwingend notwenig, die Einflussnahme auf den Nachwuchs zu minimieren. Immerhin werden Sie früh genug von den Ergebnissen der Lobbyarbeit überholt… Bildung, Medien, Pharma, Ernährung… vielmehr sollte den Jüngsten eine gesunde Kritik gegenüber Marketing und sonstigen Business-Lügen beigebracht werden!!!

    Oder… ach was.. lasst uns doch einfach überall „OBEY – GEHORCHT!“ drauf schreiben (vorsicht Sarkasmus!)

    Liebe Grüße

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    Am besten auch keine (!) Bundeswehr-Rekrutierungs-Veranstaltungen mehr an Schulen!

    • Avatar

      Am besten auch keine (!) Bundeswehr-Rekrutierungs-Veranstaltungen mehr an Schulen!
      Ja!
      Am dringendsten!

  42. Avatar

    Just in dem Moment tritt die ENBW (Energie Baden Würtemberg), als zweifelsfrei attraktiver Arbeitgeber, in die Schulen, als sich in Stuttgart eine Bürgerinitiative engagiert für die Gründung eigener Stadtwerke einsetzt.

    Der Schuldirektor ist selbstverständlich froh über die angebotene praxisnahe Unterrichtseinheit zur Ausbildungsinformation der ENBW als Arbeitgeber.

    Der Hintergrund: Die Konzessionen für Strom und Wasserversorgung werden frei und die Diskussion über selbstbetriebene, kundennahe Stadtwerke bringt Zugluft in die warme gewinnmaximierte Stube der ENBW. Prompt sprint die Politik, federführend der vorherige Bürgermeister, findig und partnerschaftlich ein ohne die Bürger zu fragen, ohne die Bürger nach Ihrem Wohl zu fragen.

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    Ich lese hier viele kluge Worte von sicherlich ehrlich davon überzeugten Menschen, dass eine Protestnote an irgendeine Regierungsstelle etwas an dem Dilemma ändern würde. Es wird sich nichts ändern! Ein Politikwechsel hin zu mehr Mitbestimmung in wichtigen Fragen von Politik und Gesellschaft wird nur auf der Strasse erzwungen.

  44. Avatar

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    in einem föderalen Bildungssystem, wird es den Bundesminister, bzw. der Ministerin wenig kümmern, wenn in den Bundesländern von der Industrie Einfluss genommen wird.

    Die nächste Kultusministerkonferenz ist sicher noch weit in der Zukunft – und Kultusminister haben „viel wichtigeres“, über das sie streiten können.

    Deshalb meine Bitte, wendet Euch direkt an die Kultusminister der Bundesländer! An unserer Schule (Fachoberschule mit Berufsoberschule in Bayern) wird gerade mit Zustimmung des des Kultusministeriums (Herr Spänle) der Volkswirtschaftsunterricht einiger 12. Klassen von einem Banken- oder Versicherungskonzern – entgegen dem Lehrplan – umgestellt. Leider hat man mich als ehr kritischem Lehrer nicht damit betraut, sondern eine ganz junge Kollegin!
    Mit freundlichem Gruß
    S. Madre

    • Felix Kamella

      Hallo S. Madre,

      „in einem föderalen Bildungssystem, wird es den Bundesminister, bzw. der Ministerin wenig kümmern, wenn in den Bundesländern von der Industrie Einfluss genommen wird.“

      Deswegen richtet sich der offene Brief und unsere Forderungen an die Bildungsminister der Länder.

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    Zitat Michael J. Sandel, Was man für Geld nicht kaufen kann, Zitat: ‚Um diesen Zustand zu ändern, müssen wir mehr tun, als gegen die Gier zu wettern; wir müssen die Raolle überdenken, die die Märkte in unserer Gesellschaft spielen sollen. Wir brauchen eine öffentliche Debatte darüber, was es heißt, die Märkte in ihre Schranken zu weisen. Und als Voraussetzung für diese Debatte müssen wir die moralischen Grenzen der Märkte durchdenken. Wir müssen uns fragen, ob es Dinge gibt, die für Geld nicht zu haben sein sollten. Das Übergreifen von Märkten und marktorientiertem Denken auf die Aspekte des Lebens, die bislang von Normen außerhalb des Marktes gesteuert wurden, ist eine der bedeutsamsten Entwicklungen unserer Zeit. – Denken Sie an die Ausbreitung von gewinnorientierten Schulen, Kliniken und Gefängnissen und an die Auslagerung von Kriegshandlungen an private Militärunternehmen. (Im Irak und in Afghanistan waren mehr Angestellte privater Sicherheits- und Militärunternehmen im Einsatz als Soldaten der US-Armee.
    Wählen ist eben nur eine Bürgerpflicht, sich einmischen, Fragen zu stellen, zu recherchieren und gemeinsam mit Anderen in die öffentliche Diskussion einzugreifen und die VolksvertreterInnen in ihrer Arbeit zu kontrollieren ist mindestens ebenso wichtig.
    Wir brauchen Mutbürger, die dies tun, statt nur zu meckern und zu nörgeln. Hab Mut BürgerIn, tut was!